Wie 1000plus echte Entscheidungsfreiheit ermöglicht

Abtreibung alternativlos?

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Es gibt Hoffnung für Schwangere in Not. 10
Es gibt Hoffnung für Schwangere in Not. 
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Eine ungeplante Schwangerschaft kann Frauen in einen Konflikt führen und sie vor eine folgenschwere Entscheidung stellen: Soll ich mein Kind bekommen – oder wähle ich den Weg der Abtreibung? 

Die meisten Frauen erleben einen solchen Schwangerschaftskonflikt als eine existentielle Lebenskrise. Sie befinden sich in einem emotionalen Ausnahmezustand und stehen anfangs häufig unter Schock. Gleichzeitig fühlen sie eine enorme Spannung: Die Schwangere muss in vergleichsweise kurzer Zeit eine Entscheidung treffen – und das Umfeld löst manchmal direkten Druck auf sie aus. In dieser Lage braucht sie kluge und kompetente Beratung. Die Vielschichtigkeit der Lebenskrise darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, weil ganz unterschiedliche Gründe zu dieser Notsituation führen können. Deswegen versteht sich die Beratung von Pro Femina auch als Lebensberatung, die das gesamte Umfeld der Schwangeren in den Blick nimmt.  

Ziel der Pro Femina-Beratung ist es, der Schwangeren in ihrer Krise zu einer guten Entscheidung zu verhelfen. Die Beraterinnen fangen die Schwangere auf, beruhigen sie und informieren sie über alle ihre Möglichkeiten. Sie soll dabei aus der Krise geführt werden und mit ihren eigenen Kräften in Berührung kommen. Denn diese sind oft verschüttet. Die Sozialarbeiterin Jana Posten hat das Konzept der Pro Femina-Beratung folgendermaßen zusammengefasst:  

„Ziel eines jeden Kontaktes ist es, den Frauen ein ehrliches Beziehungsangebot zu machen und ihnen durch kompetente Beratung zu helfen, zu einer echten Entscheidungsfreiheit zu kommen.  (...)  Echte Hilfe kann im Pro Femina-Verständnis niemals durch das Aushändigen eines Beratungsscheins geschehen, der zur Abtreibung ermächtigt, sondern nur in einem authentischen Beziehungsangebot, einer Begleitung durch eine ernstzunehmende Lebenskrise im staunenden,  liebevollen Entdecken dessen, was die Frau ausmacht, der Kompetenzen und Ressourcen, die sie bereits in ihrem Leben eingesetzt hat, und teilweise in einer ganz praktischen und finanziellen Unterstützung. Denn Entscheidungsfreiheit kann nicht mit einem Beratungsschein ausgehändigt werden, sondern nur errungen werden im Erschließen tatsächlicher Freiräume, in denen die Schwangere sich tatsächlich frei fühlt, unabhängig von äußerem Druck eine echte Entscheidung zu treffen.“ 1

Die langjährige Pro Femina-Beratungsleiterin Cornelia Lassay beschreibt das Beratungsziel von Pro Femina mit folgenden Worten:

„Jeder Mensch ahnt in seinem Innersten, wie wertvoll es ist, Herausforderungen zu meistern und vom Leben mit Sinnerfüllung beschenkt zu werden. Eine Abtreibung stellt sich aber in der Regel als eine Kapitulation oder Niederlage dar. Mit der Haltung eines neugierigen Schatzsuchers begegnet die Beraterin der Schwangeren in ihrer Not. Sie hört zu und forscht nach Stärken und Talenten. Auf diese Weise erkennt sie, welche Sehnsüchte und Bedürfnisse bisher ungestillt geblieben sind. Sie würdigt die Lebensleistungen der Schwangeren, wodurch die Frau möglicherweise zum ersten Mal einen wertschätzenden Blick auf ihr Leben erfährt. Dadurch gewinnt sie neue Kraft und Zuversicht. Es ist ein neuer Blickwinkel, der in der Beratung erarbeitet wird. Die Schwangere sagt dann vielleicht: ‚So habe ich das noch nie gesehen’. Durch diesen neuen Blick können dort Freiräume entstehen, wo bisher Schock, Lähmung und Ängste den Blick eingeengt haben.“ 2

Wenn auch selbst nicht Teil des staatlichen Beratungssystems, so nimmt die Pro Femina-Beratung dabei doch die Motivation des Gesetzgebers auf, die im Paragraph 219 des Strafgesetzbuchs ausgedrückt wird:
 

„Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens. Sie hat sich von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und  ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen; sie soll ihr helfen, eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung zu treffen.“ (StGB § 219, Absatz 1)

Kristijan Aufiero, Vorsitzender des Vorstands von Pro Femina, fasst die Motivation so zusammen, dass „gemeinsam mit der Schwangeren, die sich an uns wendet, eine echte individuelle Alternative zur Abtreibung“ zu erarbeiten sei. „Deshalb stellen wir keine sogenannten ,Beratungsscheine’ aus.“ 3

 

Wollen Sie mehr über die Pro Femina-Beratungsphilosophie lernen? Hier geht es zum vollständigen Pro Femina-Beratungskonzept.

 

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Fußnoten

1 POSTON, JANA: „Pro Femina - Konzept der Schwangerschaftskonfliktberatung“, Juli 2012, S. 4 und 6.

2 LASSAY, CORNELIA: „Die persönliche Beratung und Hilfe der BIRKE“, Rede am 1000plus-TAG 2010 in Heidelberg.

3 AUFIERO, KRISTIJAN im Freundesbrief des Vereins Die BIRKE e.V. November 2010.

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