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Alles Gute zum Muttertag, Melanie!

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Der 1000plus-Muttertag setzt den Müttern ein Denkmal
Der 1000plus-Muttertag setzt den Müttern ein Denkmal
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Montage/1000plus/Shutterstock

Melanie ist verzweifelt. Sie will für eine Spätabtreibung in die Niederlande fahren. Doch durch die Pro Femina-Beratung fasst sie neuen Mut und entscheidet sich für ihr Kind. Sie hat den Mut gewählt statt die Angst. Das macht sie zur Heldin. Ihr und anderen Schwangeren in Not gilt der 1000plus-Muttertag. 

Liebe Freunde von 1000plus,

Dank der Großzügigkeit der 1000plus-Unterstützer konnten im ersten Quartal dieses Jahres sage und schreibe 3.621 Frauen beraten werden – mehr als in irgendeinem vergleichbaren Zeitraum unseres Projekts. Im ersten Quartal des Jahres 2017 waren es noch 1.479  – das bedeutet ein Plus von 145 Prozent! 

Die Herausforderungen und Aufgaben, die mit diesem Wachstum verbunden sind, halten uns in Atem und sind – ich kann es nicht anders sagen – Respekt einflößend. Aber: Mehr noch beeindrucken mich diese Frauen, die Tag für Tag unsere Beratung und Hilfe suchen!

Unter welchen Umständen und unter welcher Last so viele dieser Schwangeren den Mut fassen, „trotzdem“ Ja zu sagen und das Leben zu wählen, bewegt mich immer wieder neu. Eins erschüttert mich dabei bisweilen: Wie „wenig“ es manchmal braucht, um eine verzweifelte Frau aufzurichten. Welche Wirkung die Wertschätzung in einer persönlichen E-Mail entfalten kann oder welche Kraft allein das Wissen freisetzen kann: „Ich bin nicht mehr allein!“

Vergangene Woche habe ich in unserem Heidelberger Beratungszentrum wieder einen dieser Fälle hautnah miterlebt. Die Geschichte einer Schwangeren, die einem nicht aus dem Kopf gehen will:

Es war Montag, der 23. April. Wir saßen gerade am Tisch und haben heiter zu Mittag gegessen. Es war schon der dritte Anruf auf der 0800er-Beratungshotline innerhalb einer halben Stunde. Eine junge Frau von 18 Jahren meldet sich. Sie heißt Melanie*, ist in der 19. Woche schwanger und hat eine Frage zum Thema „Spätabbruch“. Ob man sie nach der Pause zurückrufen dürfe? Die Stimmung in einer Mittagsrunde ist nach so einem Anruf anders als zuvor.

"Ich bin erst 18!"

Gleich nach der Pause greift unsere Beraterin Cornelia Lassay zum Hörer und ruft zurück. Ganz flapsig-fröhlich, wie 18-jährige Frauen manchmal sind, wenn sie sich etwas unsicher fühlen, kommt Melanie gleich zum Punkt. Am Donnerstag hat sie einen Abtreibungstermin in Holland. Das beschäftigt sie ziemlich und deshalb hat sie ganz viel dazu im Internet gelesen. 

Da würde auch stehen, dass man sogar in Deutschland noch abtreiben könnte, wenn man psychische Probleme hätte. Und dass das dann die Krankenkasse zahlen würde. Die 875 Euro für die Abtreibung in Holland plus Reisekosten würde sie sich gerne sparen.

Sie sei psychisch absolut gesund, möchte von der Beraterin aber wissen, was sie „sagen oder tun müsste“, um von einem Arzt eine entsprechende Diagnose zu bekommen und so nicht nach Holland fahren zu müssen? 

„Verblüffungsresistenz“ ist eine der wichtigsten Eigenschaften, wenn man Frauen im Schwangerschaftskonflikt beraten möchte. Bei so einer Frage muss aber selbst unsere Heidelberger Beratungsleiterin erstmal tief Luft holen: „Sie haben sich Ihre Entscheidung sicher nicht leicht gemacht. Darf ich fragen, welche Umstände und Ursachen Sie zu diesem Schritt bewogen haben?“, fragt sie vorsichtig nach.

Natürlich weiß sie das: „Ich bin erst 18! Im ersten Ausbildungsjahr zur Erzieherin; ich habe mich mit meinem Freund so gestritten, dass ich seit drei Wochen wieder zuhause bei meinen Eltern wohne. Wie soll ich denn jetzt ein Baby bekommen? Ich will keine von diesen Teeny-Müttern aus dem Fernsehen sein!“ Mit jedem Satz wird der Entscheidungsdruck deutlicher spürbar, der auf Melanie lastet – und die innere Not, in der sich die junge Frau befindet.

Auf die Nachfrage, warum sie sich mit ihrer Entscheidung bis zur 19. Woche Zeit gelassen habe, bricht es aus ihr heraus: Ihre Mutter könne ihr auch nicht glauben, dass sie es einfach nicht gemerkt hätte. Sie habe verhütet und auch weiterhin ihre Tage bekommen. Nur weil sie sich so komisch gefühlt hätte, sei sie zum Frauenarzt gegangen. Es mache sie so traurig, dass ihre Mutter ihr unterstellt, sie absichtlich angelogen zu haben, nur damit sie nicht zur Abtreibung müsse. Aber „ein bisschen“ verstehe sie die Sorge ihrer Mutter auch: „Sie will nur mein Bestes“.

Cornelia Lassay berät Schwangere in Not seit über 17 Jahren. Sie weiß, dass Melanie kein Einzelfall und keine Lügnerin ist. Und sie sagt es ihr auch: „Bitte machen Sie sich keine Sorgen, dass irgendetwas mit Ihnen nicht stimmen könnte. Es gibt diese Fälle – mit ganz unterschiedlichen Ursachen –, in denen eine Frau einfach lange nicht merkt, dass sie schwanger ist.“

„Es ist ein Mädchen“, antwortet Melanie leise

Die Erleichterung, die Melanie darüber empfindet, dass ihr „endlich mal jemand glaubt“, gibt ihrer Stimme eine ganz neue Klangfarbe. Und lässt sie Vertrauen schöpfen. Ob bei der ärztlichen Untersuchung das Geschlecht des Kindes schon bestimmt werden konnte, fragt Cornelia Lassay. „Es ist ein Mädchen“, antwortet Melanie leise.

Dann erzählt sie davon, was sie alles zum Thema „Spätabtreibung“ im Internet gelesen habe. „Ich weiß, dass schon ‚Halbzeit‘ ist.“ Sie möchte von der Beraterin noch einmal hören, wie genau das abläuft. „Werde ich da sediert, wenn sie es weg machen, damit ich nichts davon mitbekomme?“

Behutsam erklärt Cornelia Lassay ihr den Ablauf einer Abtreibung in der 19. Schwangerschaftswoche. Stille am anderen Ende der Leitung. Die Beraterin wartet, bis Melanie sich wieder zu Wort meldet: „Würden Sie auch mit meiner Mutter telefonieren und ihr das alles sagen?“

Selbstverständlich können wir auch mit ihrer Mutter telefonieren. Melanie möchte ihre Mama aber erst auf das Telefonat vorbereiten. Beraterin und Schwangere verabreden sich für den nächsten Vormittag zwischen 9 Uhr und 10 Uhr zum Telefonat.

Am nächsten Morgen erreicht der verabredete Anruf unsere Beraterin um kurz nach 9 Uhr. Melanie erzählt aufgeregt von dem Gespräch, das sie gestern Abend mit ihren Eltern geführt hat. Sie habe den beiden erzählt, dass es öfter „so Fälle“ gebe, in denen man nicht gleich merkt, wenn man schwanger ist. Als sie den Ablauf der Abtreibung beschreibt, meint ihre Mutter noch „schön ist das nicht, aber da musst Du jetzt durch“. 

Ihr Vater, der als Bauelektriker im Moment auf Montage verreist ist, ist über das Handy bei der Aussprache zugeschaltet. Melanie erzählt, dass er die ganze Zeit fast nichts gesagt hat, bis zum Schluss. Da sagte er wie aus dem Nichts: „Sowas machen wir nicht!“

Überglücklich und erleichtert bedankt sich Melanie bei Cornelia Lassay „für alles“ und sagt, dass sie gleich in „Holland“ anruft und den Termin absagt… 

Für Heldinnen wie Melanie: Der 1000plus-Muttertag

Für mich ist Melanie eine Heldin. Und es ist gut, dass es 1000plus und Pro Femina gibt. Ich kann kaum in Worte fassen, wie glücklich ich darüber bin, dass in 20 Wochen dieses kleine Mädchen irgendwo in Deutschland zur Welt kommt.

Melanie ist eine von Tausenden Frauen, die sich nach unserer Beratung für ihr Kind entschieden haben. Für viele war es eine schwere Entscheidung – aber eine, die sie glücklich machen wird. Um diesen Frauen in den Wochen ihrer Schwangerschaft ein fröhliches Lächeln zu schenken, haben wir uns bei 1000plus etwas einfallen lassen: Den 1000plus-Muttertag!

Mit ganz vielen Sachspenden und Gutscheinen möchten wir Frauen wie Melanie, die sich unter schwierigsten Umständen heldenhaft für ihr Baby entschieden haben, einen unvergesslichen Muttertag bereiten. Zu diesem Zweck haben wir hunderten beratenen Frauen einen „Wunschzettel“ geschickt, auf dem sie gebrauchte Sachspenden auswählen können.

Ich habe keinen Zweifel: Weit mehr noch als die gespendeten Kinderbettchen, Stilltaschen und Baby-Tragetücher sind es die damit verbundene Wertschätzung, die Solidarität und das sichere Gefühl, nicht allein zu sein, die diese Frauen noch lange tragen werden! Alle Informationen zu der Aktion habe ich hier für Sie zusammengefasst: www.1000plus.net/muttertag

Danke für alles, was Sie für Schwangere in Not tun!

Herzliche Grüße

Ihr Kristijan Aufiero

 

Was frische Mamas am nötigsten brauchen: 

1000plus-News möchte auf die Not ungewollt schwangerer Frauen aufmerksam machen. Unterstützen Sie die Arbeit der 1000plus-Beraterinnen mit Ihrer Spende.

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