Kultur des Lebens

Profisportler sagen Ja zum Leben

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Sport und Familie? Das geht sehr wohl, wenn man Prioritäten setzt.
Sport und Familie? Das geht sehr wohl, wenn man Prioritäten setzt.
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Montage/1000plus/Shutterstock

Wer das Ja zum Leben im Herzen trägt, fühlt sich manchmal allein auf weiter Flur. Zu oft wird mit kalter Sachlichkeit über das ungeborene Leben, über Väter und Mütter, über Kinder und Familien gesprochen. Doch die Kultur des Lebens hat auch ihre Leuchtsterne. Manchmal leuchten sie dort, wo man es nicht vermutet hätte – zum Beispiel im Profisport. 

(1000plus-NewsAusgerechnet im Leistungssport? Diesem Miniaturbild unserer Ellbogengesellschaft? Dort, wo der Zweite schon der erste Verlierer ist. Ja, in einem Alltag aus Trainingslager, Dopingkontrolle und Medaillen leben Menschen, für die Siege, Ruhm und Sponsoren nicht alles sind. Oft geben sie aus dem Bauch heraus ein ganz selbstverständliches Zeugnis für eine Kultur des Lebens. Wir möchten Ihnen einige dieser Sportgrößen mit Herz vorstellen:

 

Magdalena Neuner – Familie ist ihr wichtiger als jede Goldmedaille

Das muss man erst einmal fertigbringen! Weltbeste Biathletin, bekannteste deutsche Wintersportlerin, auf dem Höhepunkt der Karriere, mit 24 Jahren ein Ende noch lange nicht in Sicht – und dann das: „Ich habe mich entschieden: Nach dieser Saison werde ich meine Biathlonkarriere beenden“, sagte die Doppelolympiasiegerin 2011 der fassungslosen Sportpresse. Die Zeit sei reif für eine Veränderung und nach dem Sport warte „etwas Neues, ganz Tolles“. Sie wolle nicht erst jenseits der 30 Mutter werden!

Wichtiger als Geld und Ruhm seien ihr Kinder, Familie und ein normales Leben, betonte die Bayerin damals. Und dies war eine glückliche, goldrichtige Entscheidung, erzählt sie sechs Jahre später als Mutter von zwei Kindern der Augsburger Allgemeinen in einem langen Gespräch. Sport und ihre Experten-Jobs für die ARD hätten nur zweite Priorität. Das Familienleben und ihre Kinder bekämen hundertprozentige Aufmerksamkeit: „Kinder interessieren sich nicht dafür, dass du mal Olympiasiegerin warst. Die haben Hunger oder Durst oder eine volle Windel.“

Sagen auch Sie JA zum Leben und unterstützen Sie Schwangere in Not mit Ihrer Spende!

 

Serena Williams – ausgebremst nach Babypause

Serena Williams ist jahrelang die Nummer eins in der Weltrangliste der Tennisdamen. Vor vierzehn Monaten verabschiedete sie sich in die Babypause. Im September kam ihre Tochter zur Welt. Auf den Punkt fit ist die Ausnahmeathletin noch nicht, trotzdem will sie in der aktuellen Saison 2018 mitmischen und kehrt in die WTA-Tour zurück (WTA: Women’s Tennis Association). Die Regeln der WTA schützen zurückkehrende Mütter nicht, sondern behandeln sie so, als wären sie verletzt gewesen, als hätten sie eine Pause gemacht, oder eine Dopingsperre absitzen müssen. Die ehemalige Nummer eins der WTA ist nach ihrer Babypause nur noch Weltnummer 491. An manchen Turnieren darf Serena Williams nicht teilnehmen und dort, wo sie teilnehmen darf, muss sie die ersten Spiele gegen Topfavoritinnen bestreiten.

Aus der Tenniswelt gab es daraufhin Kritik am Regelwerk der WTA und unerwartet deutliche Stimmen zum Wert des Lebens:

James Blake, Turnierdirektor in Miami und ehemaliger Tennisprofi:

„Es ist eine Art Bestrafung für Serena Williams. So etwas sollte es nicht geben. Wer eine Babypause macht, sollte geschützt werden. Sie hat ein Kind bekommen, das sollten wir feiern. Es sollte eine Gnaden-Phase geben, in der sie gesetzt ist.“

Simona Halep, derzeitige Nummer eins der WTA:

„Ein Kind zu bekommen, ist das Beste auf der Welt. Das ist mehr als Sport. Ich finde, sie hätte als Nummer eins gesetzt werden müssen an diesem Turnier.“

Darren Cahill, der Trainer von Simona Halep:

„Frauen sollten nicht für ihre Schwangerschaft bestraft werden und wieder bei null anfangen müssen.“

Die WTA erwägt nun, die umstrittene Regel 2019 zu überarbeiten.

 

Jan Frodeno und Emma Snowsill – „Meine Frau ist der Mensch des Jahres“, sagt der Sportler

3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und einen Marathon laufen (42,195 km) – die Langdistanz im Triathlon, der sogenannte Ironman, gilt als die härteste Ausdauersportart. Jan Frodeno – der deutsche Ironman-Hawaii-Sieger von 2016  – brauchte dafür eine Zeit von 07:35:39 Stunden. Seine Ehefrau Emma Snowsill war bis 2015 ebenfalls Profitriathletin. Von morgens bis abends drehte sich im Leben der beiden alles um Schwimmtechnik, endlose Ausdauereinheiten, Laktattests, Ernährung, Muskelschmerzen und Fototermine mit Sponsoren. Zeit für Familie blieb da nicht. Als Emma Snowsill schwanger wurde, zweifelte das Paar aber nicht eine Sekunde, was nun wirklich zählt. Im Interview mit der Morgenpost erzählt Jan Frodeno im Dezember 2015, wie sich ihr Leben verändert hat:

Morgenpost: Welcher Moment – vielleicht auch abseits des Sports – war denn für den Sportler des Jahres der schönste des Jahres?

Als ich erfuhr, dass ich Papa werde. Das war im Juni. Ich hatte gerade eine harte Trainingseinheit bei uns zu Hause im spanischen Girona hinter mir und lag auf der Massagebank. Meine Frau Emma kam ins Zimmer, sagte es und mir schoss es sofort nass in die Augen. Das war unerwartet und daher so überwältigend. Das Kind kommt im Februar. Wir freuen uns riesig.

Ihr Mensch des Jahres?

Natürlich meine Frau, mit ihr gehe ich durch dick und dünn. Sie hat ein Dauerabo auf diesen Titel.

Jan Frodenos Ehefrau Emma Snowsill hat sich entschlossen, ganz für ihre Familie da zu sein. Die dreifache Weltmeisterin und Olympiasiegerin hat ihre Profikarriere beendet und ihren Mann in der Vorbereitung auf Hawaii unterstützt. 2016 kam ihr gemeinsamer Sohn auf die Welt.

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