Vorbilder der Hoffnung

C. S. Lewis über Hoffnung, die die Welt verändert

Denkmal für C. S. Lewis von Ross Wilson in Belfast
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 "Genvessel", CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

C.S. Lewis gehört zu den größten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Bekannt ist er heute vor allem wegen der Verfilmung seiner Kinderbuchserie "Die Chroniken von Narnia".  Aber er hat noch viel mehr zu bieten. Seine Sentenzen gehören zum Besten, was es an anthropologischer und christlicher Weisheit gibt. 

Lewis hat ebenfalls eine große Verbindung zum ersten Teil unserer Hoffnungsserie: zu J. R. R. Tolkien. Der Ire Lewis, mit 16 Atheist geworden, traf Tolkien 1926, im Alter von 29 Jahren in Oxford. Zuerst widersetzte er sich allen "Bekehrungsversuchen" und blieb ein unglücklicher Atheist, dem das Leben sinnlos erschien. Aber Hugo Dyson und Tolkien machten ihn auf etwas aufmerksam, das zu seiner Bekehrung beitrug. Nämlich, dass die Geschichte von Christus nicht einfach nur ein weiterer Mythos ist, wie es viele gibt, sondern ein "echter Mythos" ("a true myth")1. Er wirke so berührend wie die anderen Mythen, mit dem großen Unterschied, dass er wirklich passiert sei. 1931 wurde Lewis Christ und schrieb seitdem viele apologetische Werke über das Christentum.

Dem Thema Hoffnung widmete Lewis einen eigenen Abschnitt im Werk "Pardon, ich bin Christ"2. Liest man es zusammen mit "Dienstanweisung für einen Unterteufel"3, wird deutlich, wie sehr die andere Seite alles versucht, uns von der göttlichen Tugend der Hoffnung abzubringen. Denn Hoffnung, so stellt Lewis klar, ist nicht bloß ein Sentiment, sondern der Antrieb für eine wirkliche Veränderung der Welt. 

Hoffnung, so Lewis, ist "der beständige Blick voraus in die Ewigkeit".Das aber bedeute nicht, dass man die gegenwärtige Welt so lasse, wie sie ist. Das Gegenteil sei der Fall: "Die Christen, die am meisten für die gegenwärtige Welt getan haben, [waren] gerade diejenigen, die am höchsten von der zukünftigen Welt dachten." Erst seit die meisten Christen aufgehört hätten, an die andere Welt zu denken, seien sie in dieser Welt so wirkungslos geworden. Das hat nach Lewis eine bestimmte Logik: "Zielt man auf den Himmel, so bekommt man die Erde als 'Zugabe'; zielt man auf die Erde, so bekommt man keins von beiden." 

Wer in der Welt gefangen ist, könne als "Narr" oder "Vernunftmensch" reagieren. Entweder suche man immer neue und höhere Reize wie der Narr, oder man gebe sich abgeklärt wie der Vernunftmensch. Während der Narr immer wieder enttäuscht werde, ersticke der Vernunftmensch das Glück. Der Christ könne aber Hoffnung und Glück wachhalten, weil er eine ganz andere Grundlage habe. Er sage: "Kein Geschöpf wird mit irgendeinem Verlangen geboren, wenn es nicht für dieses Verlangen überhaupt keine Befriedigung gibt."

Wenn aber keine der irdischen Freuden dieses Verlangen stille, heiße das, dass die irdischen Freuden nicht dazu gedacht seien, es zu stillen. Es komme darauf an, "das Verlangen nach meiner wahren Heimat wach[zu]halten, die ich erst nach meinem Tod finden werde." Wir können hier folgern: Wenn man eine Grundlage hat, die nicht "enttäuscht" oder in "abgeklärter" Weise abflacht, dann ist die Motivation, die Welt zu verändern, unbesiegbar. Lewis kann das sogar historisch untermauern: "Die Apostel [brachten] die Bekehrung des Römisches Reiches in Gang" und "die englischen Evangelikalen [schafften] den Sklavenhandel ab". 

Was heißt das für uns heute? Eines kann aus dem Christentum ganz klar gesagt werden: Der Kampf gegen Abtreibung bis zur Geburt ist heute einer der wesentlichsten Beiträge, um die Welt zu verändern! 

 

 

Petition "Keine Abtreibung bis zur Geburt"

Fußnoten

1 Lewis an Arthur Greeves vom 18. Oktober, 1931, in: C.S. Lewis, Collected Letters. Family Letters 1905-1931, online auf: https://apilgriminnarnia.com/2015/03/25/tolkienreadingday-2/

2 C.S. Lewis, Pardon, ich bin Christ. Neuübersetzt zum 50. Todestag von C.S. Lewis, Basel 2016 (ebook). 

3 Hier verwendet: C.S. Lewis, Dienstanweisung für einen Unterteufel, Freiburg i.B. 18. Auflage 2009. 

4 Alle Zitate ab hier aus Lewis, Pardon, ich bin bin Christ, S. 109-111. 

 

 

 

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