Zum Tod von Robert Spaemann

Ein großer Freund des Lebens

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Robert Spaemann (1927-2018) stand hinter dem Projekt 1000plus.
Robert Spaemann (1927-2018) stand hinter dem Projekt 1000plus.
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© Mirjam Reither / picturedesk.com 

Am 10. Dezember 2018 verstarb der große Philosoph Robert Spaemann. 1000plus spricht seinen Hinterbliebenen das Beileid aus – und trauert sowohl um einen großen Kämpfer für das Leben als auch um einen langjährigen Unterstützer des Projekts.

Robert Spaemann wurde am 5. Mai 1927 in Berlin geboren – einem, wie der historische Wetterkalender verzeichnet, leicht bewölkten, aber heiteren Tag in der deutschen Hauptstadt. Damals war der Zentrumspolitiker Wilhelm Marx gerade Kanzler der Weimarer Republik. An diesem 5. Mai 1927 wurde auch die NSDAP in Groß-Berlin verboten. Wenige Details, die zeigen, welch immense Zeitspanne Robert Spaemann in seinem Leben durchmessen hat – bedenkt man, dass es eben von diesem Datum im Frühling des Jahres 1927 bis zum gestrigen 10. Dezember 2018 währte. Sie zeigen aber auch, in welch bewegte Zeit er hinein geboren wurde.

Spaemanns akademisches und publizistisches Wirken in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts war sodann auch von der Zeit geprägt, in der er lebte: Er trat für humanistische und konservative Werte ein angesichts menschenverachtender und umstürzlerischer Ideologien. Er stellte einem sozialdarwinistischen Utilitarismus das Naturrecht mit seinen verlässlichen Normen entgegen. Der Mensch, so scheint es bei Spaemann durch, ist nicht Herr über Leben und Tod, sondern findet immer schon eine über-menschliche Verfasstheit und Ordnung der Dinge vor, deren Sinn nachzuspüren seine Aufgabe ist.

Für Robert Spaemann bestand eine wesentliche Aufgabe des Menschen deshalb darin, die Schöpfung zu bewahren – und die Geschöpfe hoch zu achten. Aus dieser Überzeugung heraus erklärt sich auch Spaemanns dezidiertes Ja zum Leben, welches in einem seiner Gedankengänge besonders gut zum Ausdruck kommt:

Jeder Mensch ist selbst der Beweis, dass es eine eine absolute, nicht relativierbare Wahrheit tatsächlich gibt – diese lautet: Ich bin.

Das Dasein des Menschen ist gut. Weil Leben nach Spaemann immer die bessere Wahl ist, war er auch von Anfang an ein Unterstützer von 1000plus. Besonders in der Anfangszeit des Projekts warb er nachdrücklich für die Arbeit nach dem Motto "HILFE statt Abtreibung." So setzte er am 28. Dezember 2009 ein Empehlungsschreiben auf, in dem es hieß:

Was in Heidelberg geschieht, ist wirkliche, effektive Hilfe seelischer und materieller Art für Frauen

Robert Spaemann gehörte damit zu den ersten prominenten Fürsprechern des damals noch jungen Projekts 1000plus.

Mit ihm geht ein großer Freund des Lebens und ein großer Kämpfer für das bedingungslose Ja zum Leben. 1000plus bleibt ihm dankbar für seine langjährige Unterstützung. Unsere Gedanken und Gebete sind in diesen Tagen bei ihm und bei seinen hinterbliebenen Angehörigen.

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