Die taiwanische Delegation blickt bewegt auf ihren 1000plus-Besuch

Einmal um die Welt für Schwangere in Not

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Stefanie (Dritte von links) zeigt, wie 1000plus ihre Sicht auf Frauen im Schwangerschaftskonflikt geändert hat.
Stefanie (Dritte von links) zeigt, wie 1000plus ihre Sicht auf Frauen im Schwangerschaftskonflikt geändert hat.
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1000plus

In Taiwan altert die Gesellschaft rasant, Kinder werden kaum geboren. Wie soll man das ändern? Eine Delegation hat bei 1000plus nach Lösungen gesucht.

Über 9000 Kilometer liegen zwischen München und Taipeh, der Hauptstadt Taiwans. Für 19 Forscher war aber dieser Weg nicht zu weit. Warum hat sich die Gruppe auf den weiten Weg nach Deutschland gemacht? Hier berät 1000plus pro Monat mittlerweile mehr als 1500 schwangere Frauen in Not – und gibt ihnen die Kraft und Zuversicht, JA zu ihrem Kind zu sagen. Ist das einzigartig in der Welt? Auf diese Weise wohl schon, meint die taiwanische Delegation.

Sie sind nach Deutschland gekommen, um zu lernen. Denn zu Hause, in ihrer der Heimat, brennt das Thema „Abtreibung“ eine Schneise durch die Demografie des Inselstaats. Hier sind es weniger Frauen, die JA zu ihrem Kind sagen, als solche, die den Weg der Abtreibung wählen. Taiwans Gesellschaft wird immer älter – und Kinder werden kaum geboren. Von 1000plus will die Delegation lernen, wie das geht: die Freude am Leben vermitteln, JA zu jedem Kind sagen – und JA zu jeder Mutter, die in Not ist. Dafür haben sie sich viel vorgenommen. Fünf Tage ist die Gruppe in München, davon drei Tage im Büro von 1000plus in der Widenmayerstraße. 

Geschichte, Idee und Entstehung von 1000plus

Am ersten Tag führt Kristijan Aufiero ein in die Geschichte, Idee und Entstehung von 1000plus. Er kann hautnah berichten, wie sich dieses besondere Projekt entwickelt hat. Denn Aufiero hat das Projekt selbst aus der Taufe gehoben und leitet es seitdem. Von den kleinen Anfängen im Jahr 2009 erzählt er, vom Traum, irgendwann einmal 1000 Frauen im Jahr zu beraten – und vom Erfolg, dass diese Zahl mittlerweile pro Monat erreicht wird. 

Weiter geht es am Nachmittag mit einer Präsentation: Wie erreichen Schwangere in Not überhaupt die Angebote von 1000plus? Wie finden sie dort die Information und Hilfe, die sie brauchen? Über die Jahre hat sich der „Werkzeugkasten“ der 1000plus-Beratung immer mehr verfeinert. Das Resultat? Pro Tag wenden sich beinahe 50 Frauen an die Beratung – und bekommen Unterstützung, die ihnen JA zum Kind sagen hilft. 

Es ist die Lebensfreude, die 1000plus so besonders macht, der Blick auf das Leben in Optimismus statt Angst. Und so besteht der Austausch zwischen Taiwan und Deutschland nicht nur in Vorträgen und Theorien. Das Lernen geht auch am Abend weiter, als sich die gemischte Gruppe zum lockeren Austausch in ein bayrisches Wirtshaus aufmacht – und dort noch bis in den Abend bei Bier und Würsten diskutiert, wie man denn dieses Projekt 1000plus in Taiwan entstehen lassen kann. 

Nichts geht ohne Spender

Am nächsten Morgen des Programms lernt die taiwanische Delegation, dass alle Beratung und Hilfe nicht möglich ist ohne die, die sie ermöglichen: die Spender. Ohne Unterstützung würde es bei 1000plus keine einzige Frauen geben, die dank der Beratung JA zu ihrem Kind sagt. In dieser  Präsentation lernen die Taiwaner, was es heißt, Spender über die Arbeit der Organisation aufzuklären – und ihnen zu zeigen, was ihre Hilfe bewirkt. 

Am Nachmittag dann das Herz von 1000plus: die Beratung. Dr. Barbara Dohr leitet das Münchner Beratungszentrum und zeigt zusammen mit ihrer Kollegin Sara, wie das funktioniert: Frauen so zu beraten, dass sie echte Hilfe bekommen und eine Perspektive für das Leben mit Kind sehen. Die Delegation ist sichtlich fasziniert: Kann so das Demografieproblem Taiwans gelöst werden? Ist 1000plus der Schlüssel zu mehr Freude am Leben in Taiwan? Diese Meinung scheint sich immer mehr durchzusetzen – und wird bekräftigt im beinahe schon freundschaftlichen Austausch im Biergarten des Münchner Englischen Gartens. 

Bewegendes Zeugnis

Am letzten Tag rückt der Abschied näher. Noch einmal wagt die Delegation einen tieferen Blick in die Beratungsphilosphie von 1000plus. Die Taiwaner lernen auch, wie das rein logistisch geht: so viele Frauen zu stützen, die sich zu Tausenden an 1000plus wenden. Am Ende finden die Taiwaner berührende Worte über ihre Zeit. Die junge Stefanie wendet sich an die versammelte Gruppe:

Dann steht fest, was schon in den ganzen Tagen immer klarer wurde: 1000plus wird es hoffentlich bald auch in Taiwan geben – und damit Hilfe und Beratung für so viele Schwangere in Not. Wenn sich da mal die 9000 Kilometer nicht gelohnt haben…

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