„Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben!“

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Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben!“  – Was für ein Ausrufezeichen mitten hinein in die "Prime Time" einer Gesellschaft, deren Abtreibungszahlen wieder steigen. Gestern Abend ist es einem 18-jährigen Mädchen mit Down-Syndrom gelungen, das Tabuthema Spätabtreibung einem Millionenpublikum vor Augen zu führen.
 
In der ARD-Sendung Wahlkampfarena (ab Min. 22:30) las Natalie, die junge Redakteurin eines Magazins, das von Menschen mit Down-Syndrom erstellt wird, mit belegter Stimme ihre Frage vor – und das Publikum hielt die Luft an:
 
„Neun von zehn Babys mit Down-Syndrom werden in Deutschland nicht geboren, sie werden abgetrieben. Ein Baby mit Down-Syndrom darf bis wenige Tage vor der Geburt abgetrieben werden. Das nennt man Spätabbruch. Meine Kollegen und ich fragen Sie, Frau Merkel: Wie stehen Sie zum Thema Spätabbruch? Wieso darf man Babys mit Down-Syndrom bis kurz vor der Geburt noch abtreiben? Ich finde es politisch nicht gut. Dieses Thema ist mir wichtig. Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben!“
 

Tausendfache Spätabtreibungen jedes Jahr

 
Vielen Menschen ist es schlichtweg nicht bewusst: Abtreibung bis kurz vor der Geburt? Kann das wirklich sein? – Zwischen der 12. Schwangerschaftswoche und ihrem Geburtstermin wurden laut statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr 2.829 Kinder abgetrieben, 630 von ihnen nach der 22. Woche.
 
Wer die Suchanfrage „Abtreibung bei Behinderung“ bei Google eingibt, trifft sofort auf profemina.org . Eine pränatal vermutete oder diagnostizierte Behinderung gehört auch zur täglichen Beratungspraxis von Pro Femina. Aufgrund unserer optimalen Internetpräsenz haben überdurchschnittlich viele „unserer“ Schwangeren diesen Konflikthintergrund.
 

Kleine Schritte in eine neue Zukunft

 
„Das Besondere in diesen Fällen ist, dass die Schwangere oft schon eine intensive Beziehung zu ihrem Kind aufgenommen hat und die Diagnose einer Behinderung den Traum vom gesunden Kind urplötzlich zerplatzen lässt und jede Lebensplanung mit einem Schlag verändert“ “, sagt Cornelia Lassay, die Beratungsleiterin von Pro Femina in Heidelberg. In der Beratung gehe es dann in erster Linie darum, den Schock gemeinsam mit ihr auszuhalten, dem Schmerz und der Scham ausreichend Raum zu geben und nicht zu überspielen. 
 
„Über eine behutsame Auseinandersetzung kann es gelingen, Ängste abzubauen und trotz gesellschaftlicher Vorbehalte die tiefe Liebe zum Kind wiederzufinden, um dadurch ein neues Bild von der Zukunft zu zeichnen", fasst Cornelia Lassay den Weg zusammen, den Pro Femina-Beraterinnen an der Seite von Schwangeren gehen, die ein behindertes Kind erwarten.
 
Liebe Unterstützer von 1000plus, dieses so schlichte wie auch überwältigende „Ich will auf der Welt bleiben!“, das Natalie uns allen zu sagen hat, mussten wir mit Ihnen teilen! Und wir versicheren Ihnen: Wir bei 1000plus werden auch weiterhin alles dafür tun, damit auch Kinder mit Down-Syndrom zur Welt kommen dürfen!

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