Kristijan Aufiero: Das Abtreibungs-Paradigma

Kristijan Aufiero

Ist es wirklich tugendhaft, Schwangere in Not im Stich zu lassen?

(1000plus-News) In seiner Rede auf dem letzten 1000plus-Kongress in Fürstenfeldbruck skizzierte Kristijan Aufiero „ein so fundamentales wie falsches Paradigma“, welches in unserer Gesellschaft beim Thema Abtreibung herrscht: „Ein Paradigma, das uns weismachen will, dass Abtreibung ein Ausdruck von Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit sei.“ Die Trias Abtreibung, Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit klingt für die meisten Zeitgenossen ganz plausibel, weil sie nun schon jahrzehntelang und nicht ohne Erfolg gebetsmühlenartig wiederholt wird. Die ganze Absurdität dieses Paradigmas kommt einem freilich erst dann so recht zu Bewusstsein, wenn man diese Ideologie zu Ende denkt – und auf die Arbeit für Schwangere in Not anwendet, wie es der Projektleiter von 1000plus in seiner Rede tat:  

„Wenn man dieser Vorstellung folgt, dann geht es uns nichts an, wenn irgendwo in Berlin eine 19-jährige junge Frau Angst hat, ihr Baby zur Welt zu bringen, weil ihr alle sagen, dass sie damit ihre Zukunft wegwirft. Wenn man dieser Vorstellung folgt, geht es uns nichts an, wenn irgendwo in München ein junges Paar, das Zwillinge erwartet, sagt ‚Wir müssen zu einer Abtreibung gehen, weil man in München keine Wohnung mehr bekommt als Familie!’. Folgt man dieser Vorstellung, sind Hilfe und Solidarität dann auf einmal Anmaßung, während Wegsehen und Alleinlassen dann plötzlich zur Tugend werden. Und genau deshalb ist die Behauptung, Abtreibung sei ein Ausdruck von Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit, letztlich die Aufforderung, Schwangere in Not ihren Umständen zu überlassen und jede Hilfeleistung zu unterlassen!“

Wie steht 1000plus nun zu diesem „Abtreibungsparadigma“? Auch darauf ging Kristijan Aufiero in seiner Rede ein:

„1000plus steht für genau das Gegenteil! Wir glauben, dass wir in der Verantwortung stehen für Mitmenschen, die in Not sind und unsere Hilfe brauchen. Und wir glauben, dass wir nicht tatenlos zusehen dürfen, wenn mitten unter uns Abertausende Schwangere Jahr für Jahr sagen ‚Mein Herz sagt Ja, aber mein Verstand sagt Nein’, weil die Probleme sie erdrücken.“

Und schließlich nannte Kristijan Aufiero auch den Grund, warum es trotz des oben beschriebenen Abtreibungs-Paradigmas Hoffnung gibt. Bezogen auf die unzähligen Frauen, die 1000plus bisher beraten konnte, sagte er:

„Wir haben tausende Menschen daran erinnert, dass sie einzigartig sind, dass sie wertvoll sind, dass sie etwas besonderes sind, dass sie trotz aller Schwächen und Fehler, die jeder von uns hat, dennoch wählen können und die Freiheit besitzen, sich für das Richtige zu entscheiden!“

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