Vorbilder der Hoffnung

Warum Maximilian Kolbe die 1000plus-Petition unterschreiben würde

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 Bild von Maximilian Kolbe: Public domain, via Wikimedia Commons

Johannes Paul II. hat Maximilian Kolbe 1982 als "Märtyrer der Versöhnung"1 heiliggesprochen. Seitdem ist der polnische Pater ein heiliges Vorbild der Nächstenliebe. Er tat genau das, was im Johannesevangelium steht: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13). Dieser Satz Jesu Christi wird für immer mit Maximilian Kolbe in Verbindung stehen, weil der Heilige sein Leben gab, damit sein Mithäftling, der Familienvater Franciszek Gajowniczek, leben kann. 

Maximilian Kolbe wurde 1894 in der Nähe von Łódź geboren. Den Vornamen Maximilian Maria erhielt er beim Eintritt in den Franziskaner-Minoriten Orden. Sein Taufname war Rajmund. Anfangs wollte Kolbe, der eine glänzende naturwissenschaftliche Begabung hatte, Physiker werden. Eine Marienerscheinung führte dazu, dass er den Franziskaner-Minoriten beitrat. Kolbe studierte Theologie in Rom und gründete dort zusammen mit sechs Mitbrüdern die Militia Immaculata. Die Militia war als geistige Armee zur Bekehrung der Sünder gedacht und verpflichtete sich zum Tragen der Wundertätigen Medaille. Nach der Priesterweihe 1918 kehrte Kolbe nach Polen zurück und begann ein Presseapostolat, das sich sehr schnell vergrößerte. 1930 brach Kolbe zur Mission nach Japan auf und gründete ein Kloster in Nagasaki. Das Kloster wurde beim Atombombenabwurf auf Nagasaki nicht zerstört.

In Japan erkrankte Kolbe schwer, sodass er 1936 wieder zurück nach Polen kam. Er wurde Oberer in Niepokalanow (zu Deutsch: „Stadt der Unbefleckten“). Es war ein Ort, den Kolbe neun Jahre zuvor zu missionarischen Zwecken gründete. Nach dem Überfall auf Polen wurde Kolbe von der Gestapo verhaftet und erst im Dezember 1939 wieder freigelassen. Weil Kolbe väterlicherseits deutsche Vorfahren hatte, hätte er sich in die sogenannte „Deutsche Volksliste“ eintragen lassen können, um sicher zu sein. Kolbe lehnte ab. 1941 wurde Kolbe erneut verhaftet und kam ins KZ Auschwitz. Im KZ wirkte er auch als Priester und wurde deshalb mehrmals von KZ-Schergen geschlagen und misshandelt.

Ende Juli 1941 flüchtete ein Häftling aus dem Lager. Dafür sollten zehn Männer stellvertretend bestraft werden und zur Abschreckung vor weiteren Fluchtversuchen zum Verhungern in den Bunker gehen. Der Lagerkommandant ließ die Insassen vortreten und zählte. Franciszek Gajowniczek war Nummer Zehn. Er bekam Angst und rief: „Meine Frau! Meine Kinder!“ Kolbe trat aus seiner Reihe vor, ging zum Lagerkommandanten und sagte: „Ich möchte für diesen Familienvater sterben.“ Der Lagerkommandant lehnte diesen Tausch ab und fragte wer Kolbe sei. „Ich bin katholischer Priester“, war seine Antwort. „Du kannst für ihn sterben“, beschloss der Kommandant. Kolbe ging in den Tod und Franciszek Gajowniczek durfte weiterleben.2 

Im Hungerbunker betete Pater Kolbe mit den Gefangenen. Nach zwei Wochen waren fast alle Häftlinge im Bunker verhungert, aber Kolbe war noch am Leben. Das erzeugte große Wut bei den Wachen. Sie ermordeten ihn mit einer Phenol-Injektion. Am nächsten Tag wurde sein Leichnam verbrannt. Die Nazis wollten Maximilian Kolbe und alles, was an ihn erinnerte für immer der Vernichtung preisgeben. Aber sie haben die Rechnung ohne Gott gemacht. Der Tag seiner geplanten Vernichtung war ein Festtag in den Augen des Himmels und eine Krönung für Kolbes Frömmigkeit. Es war der 15. August: Mariä Himmelfahrt. 

Kolbe gab mit seinem Opfer neue Hoffnung und neues Leben – für Franciszek Gajowniczek und seine Familie. Tolkien hat den Wert des Opfers literarisch verarbeitet. Am Ende von „Der Herr der Ringe“ sagt Frodo zu Sam: "So geht es oft zu, Sam, wenn etwas in Gefahr ist: Der eine muss es aufgeben, es verlieren, damit die anderen es behalten können. Du aber bist mein Erbe: Alles was ich hatte und hätte haben können, hinterlasse ich Dir."Das Zeugnis von Maximilian Kolbe war nicht nur ein Ja zum Leben der Familie von Franciszek Gajowniczek, sondern ein Ja zum Leben und ein Ja zu einer jeden Familie. Gegen die menschenverachtende Macht spricht Kolbe sein segnendes Ja zum Leben. Und genau deshalb würde er auch die 1000plus-Petition unterschreiben.

Petition "Keine Abtreibung bis zur Geburt"

Fußnoten

1 Siehe dazu die Homepage der DBK: https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/presse_import/lebenslauf_kolbe.p… 

Der Dialog mit dem Lagerkommandanten wird von Pater Simon Merkle auf dem Kanal "Militia Immaculata" wiedergegeben. 

J. R. R. Tolkien, der Herr der Ringe. Die Wiederkehr des Königs, Stuttgart, 12. Auflage 2002, S. 375.