Vorbilder der Hoffnung

Wie Liebe neue Hoffnung gibt: Mutter Teresa und die 1000plus-Petition

Mutter Teresa 1986
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 © 1986 Túrelio (via Wikimedia-Commons), 1986 | Lizenz: CC BY-SA 2.0 DE (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)

"Engel der Armen", "Mutter des Jahrhunderts", "Vorbild der Nächstenliebe" ... Es gibt viele lobende Zuschreibungen für Mutter Teresa. Von 1948 bis zu ihrem Tod 1997 kümmerte sie sich nahezu 50 Jahre lang um die Kranken und Sterbenden von Kalkutta. Bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 1979 in Oslo betete sie: "Herr, mach mich zu einem Boten Deines Friedens, dass ich dort, ... wo Verzweiflung ist, Hoffnung [bringe.]"

Hoffnung hat sie gebracht. Nicht nur in Kalkutta, sondern auf der ganzen Welt – durch den weltweiten Aufbau der Schwestern der Nächstenliebe. Papst Benedikt sagte über Mutter Teresa: "Heiligengestalten wie ... Theresa von Kalkutta ... sind berühmte Vorbilder sozialer Liebestätigkeit für alle Menschen guten Willens. Die Heiligen sind die wahren Lichtträger der Geschichte, weil sie Menschen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sind."2

Und wie jede große Geschichte der Gnade Gottes begann auch diese unscheinbar. Mutter Teresa wurde 1910 im damaligen Königreich Serbien (heute Albanien) geboren. Als sie 12 Jahre alt war, starb ihr Vater. Mit 18 Jahren wollte sie als Schwester an der Bengalenmission teilnehmen. Sie begann daraufhin ihr Noviziat als Loreto-Schwester in Dublin, weil dieser Orden damals in Kalkutta arbeitete. 

Mutter Teresa sollte von 1929 bis zu ihrem Tod in Kalkutta bleiben. Ihr großes Berufungserlebnis als "Engel der Armen" hatte sie 1946. Es geschah am 10. September. Dieser Tag wird von den "Missionarinnen der Nächstenliebe" als "Tag der Inspiration" begangen. Während einer Zugfahrt nach Darjeeling empfing Mutter Teresa ihren "Ruf innerhalb der Berufung".3 Der Zug hielt mehrmals an. An jedem Halt sah sie Menschenmassen im Elend. Plötzlich hörte sie in ihrem Herzen ganz deutlich die Worte Jesu: "Mich dürstet"  (Joh 19, 28). Diese Worte hörte sie mit einer starken Intensität, begleitet vom Gefühl der überwältigenden Liebe Gottes für sie. In diesen Worten erfuhr sie, dass Christus eine Sehnsucht nach der Liebe seiner Geschöpfe und nach der Rettung ihrer Seelen hat.4 Dieser Ruf sei wie der verborgene Schatz, für den sie "alles verkauft", um ihn zu erwerben. Mutter Teresa war klar: Sie muss das Kloster verlassen und den Armen helfen, indem sie unter ihnen lebte. Der Ruf war "ein Befehl".5 

Einen Monat später leitete sie Exerzitien zum Thema "Mich dürstet". Dieser Ausruf Jesu am Kreuz wurde zur Grundspiritualität des neuen Ordens. Er steht auf allen Kapellen der Gemeinschaft. Er soll alle ansprechen, die eine Berufung spüren, diesen Durst zu stillen. Mutter Teresa verstand diesen Ausruf als Gottes Sehnen, die Menschheit zu sich heranzuziehen. Es handele sich nicht um einen Durst nach Wasser allein, sondern vor allem um einen Durst nach Liebe.

Der neue Orden von Mutter Teresa wurde 1950 vom Papst genehmigt und kümmert sich seitdem um die Ärmsten der Armen in Kalkutta. Die Liebe von Mutter Teresa, ihr Einsatz bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus hat sie in eindrücklicher Weise in ihrer Rede zum Friedensnobelpreis 1979 in Oslo beschrieben. Sie ist eine große Ermutigung für unsere Petition "KEINE Abtreibung bis zur Geburt" und beweist, dass man die Welt nur durch Liebe retten kann:

"Unsere Armen sind großartige Leute, sie sind liebenswerte Menschen. Sie brauchen nicht unser Mitleid und unsere Sympathie, sie brauchen unsere verstehende Liebe. Sie brauchen unseren Respekt, sie wollen, dass wir sie mit Liebe und Achtung behandeln ...

Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: Der größte Zerstörer des Friedens ist heute [die Abtreibung] ... Heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. In den Zeitungen lesen wir dieses und jenes, aber niemand spricht von den Millionen von Kleinen, die empfangen wurden mit der gleichen Liebe wie Sie und ich, mit dem Leben Gottes. Und wir sagen nichts, wir sind stumm. Für mich sind die Nationen, die Abtreibung legalisiert haben, die ärmsten Länder. Sie fürchten die Kleinen, sie fürchten das ungeborene Kind.

In vielen Familien hier haben wir vielleicht jemanden, der nicht hungrig ist nach einem Stück Brot, der sich jedoch vergessen oder ungeliebt fühlt, der Liebe braucht." 6

 

Petition "Keine Abtreibung bis zur Geburt"

Fußnoten

1 Rede von Mutter Teresa zur Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo, vom 11. Dezember 1979, online auf: https://www.kath.net/news/24175 

Benedikt XVI. Enzyklika "Deus caritas est" vom 25. Dezember 2005. Online auf: https://www.vatican.va/content/benedict-xvi/de/encyclicals/documents/hf_ben-xvi_enc_20051225_deus-caritas-est.html (12.08.2021)

Spink, Kathryn, Mutter Teresa. Ein Leben für die Barmherzigkeit. Übersetzt von Michael Larrass, Bergisch Gladbach 1997, S. 41.

4 Maasburg, Leo, Mutter Teresa. Die wunderbaren Geschichten, München 2016, S. 39 f. 

5 Spink, S. 41 f. 

Wie Fußnote 1: https://www.kath.net/news/24175

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