Gebetsbrief Dezember 2020

Liebe Beterin, lieber Beter, 

Leiden entsteht auf unendlich vielen Wegen. Wie aber kann es aus der Welt geschafft werden? Für uns Christen ist diese Frage schon längst beantwortet: Christus hat das Leiden der ganzen Welt auf sich genommen – und es durch seinen Tod und seine Auferstehung besiegt. Was setzt er dem Leiden entgegen? Es ist die Liebe. Sie zeigt sich besonders in einem Geheimnis, auf das wir auch in diesen Tagen zugehen und auf das wir in diesem Monat schauen dürfen: Weihnachten.

Gott als ein Kind in der Krippe, schutzlos, hilflos, klein. Ich denke, die Größe dieses Geheimnisses ist nicht zu begreifen. Sie muss in gewisser Weise immer unverständlich bleiben. Aber wenn ich frage „Warum?“,  kommt mir eine Stelle aus der Heiligen Schrift in den Sinn, die diese Frage beantwortet.

„Darin offenbarte sich die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben“, heißt es im Brief des Johannes (1. Joh 4,9). Gott weiß vom Leiden dieser Welt und schickt seinen Sohn trotzdem – oder gerade deswegen – hierher. In die Dunkelheit des Leidens leuchtet er mit einem kleinen Licht, das immer heller wird. Er scheut die Unzulänglichkeit dieser Welt nicht, sondern sucht sie – weil sich hier und jetzt zeigt, was seine Liebe wert ist und bewirken kann.

In diesem Zusammenhang muss ich an einen Ausspruch des Wiener Psychiaters Viktor Frankl denken, der mit seinem logotherapeutischen Ansatz die Pro Femina-Beratung prägt. Seiner Frau Elly widmete er die folgenden Worte: „Für Elly, der es gelungen ist, den einstigen ‚homo patiens‘ („leidenden Menschen“) in einen homo amans („liebenden Menschen“) zu verwandeln.“

Wie ist diese Transformation gelungen – vom Leiden hin zur Liebe? Für Elly und Viktor gelingt sie in der persönlichen Begegnung; die beiden wissen, dass das Leben ihnen in ihrem Partner eine Aufgabe gestellt hat; eine Frage, die sie mit ihrem Handeln, mit ihrer Liebe und ihrer Achtung beantworten können. Wo sich zwei Menschen dieser Dimension bewusst sind, kann es gelingen, dass das Leiden schwindet – und die Liebe wächst.

Diese Begegnungen geschehen tagtäglich in unserer Beratung. In ihrem Kind findet die Schwangere eine Herausforderung. Wie und ob sie sich dieser Aufgabe stellt, wird darüber entscheiden, ob sie ihr Leben im Nachhinein als ein sinnvoll gelebtes wahrnehmen wird. Gelingt es ihr, JA zu sagen – obwohl sie jetzt und hier noch nicht genau weiß, wie es weitergehen wird? Gelingt es der Schwangeren,  aus dem konkreten Leiden ihrer jetzigen Situation trotzdem die Liebe emporwachsen zu lassen?

Sehr oft gelingt es den Schwangeren in Not, dieses so glücklichmachende JA zu sprechen. Es gelingt ihnen, weil es Menschen gibt, die zu ihnen JA gesagt haben, bevor sie selbst schon ihre Kinder angenommen haben: Sie, liebe Beter, sprechen mit Ihrer Unterstützung, mit jedem Gebet und jeder Spende dieses JA aus – zu den Frauen, ihren Kindern, und zu ihrer Fähigkeit, selbst das tiefste Leiden in Liebe zu verwandeln. So leben Sie das „neue Gebot“ Jesu: „Liebt einander! Sie wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13, 34) Dafür danke ich Ihnen sehr!

Vielen Dank, dass Sie für Rahel gebetet haben. Sie hat immer mehr Zuversicht aus ihrem Umfeld erfahren und sich für ihr Kind entscheiden können.

Fiona, Leonie und Marietta haben sich leider für eine Abtreibung entschieden.

Ronjas Situation hat sich in der Zwischenzeit etwas entspannt. Ihr Freund konnte sich langsam mit dem Gedanken der Vaterschaft anfreunden und hat sich sogar auf sein Kind gefreut. Jetzt ist der Kontakt zu ihm aber spärlich geworden – und Ronjas Zweifel sind wiedergekommen. Darf ich Sie weiter um Ihr Gebet für Ronja bitten?

Von Herzen wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit und ein frohes und gnadenreiches Weihnachtsfest.

Herzliche Grüße aus München und fest im Gebet verbunden

Ihr

Dr. Markus Arnold

PS: Bitte unterstützen Sie Schwangere in Not und ihre Babys mit Ihrer Weihnachtsspende. Schwangere brauchen Ihr JA! Sie machen so Entscheidungen fürs Leben möglich.

 

GEBETSBRIEF DEZEMBER