Gebetsbrief Januar 2021

Liebe Beterin, lieber Beter, 

wer in einer Krise steckt, wünscht sich, dass alles ganz schnell vorübergeht. Wo ist mein altes Leben hin – das Leben, wie es früher einmal war? Die Schwangeren in Not, die sich an Pro Femina wenden, erleben dieses Gefühl intensiv. Sie wünschen sich, dass dieser Konflikt nicht da wäre, dass sie die Zeit zurückdrehen könnten, dass das Pendeln zwischen Angst und Sorge aufhört. Jeder Mensch kennt diese Zeiten; das Jahr 2020 mit seinen Problemen hat wohl jeden von uns in irgendeiner Weise besonders gefordert: Wo ist mein altes Leben hin? Wie werden wir einmal in der Zukunft auf diese Zeit zurückblicken?

Wie blicken die Schwangeren auf diese Zeit ihres Konflikts zurück, in der sie sich so gefangen gefühlt haben und glaubten, keine Antwort finden zu können auf die Fragen des Lebens? Unsere Erfahrung zeigt: Sie sehen vieles in der Rückschau anders als im Eifer des Gefechts. Wo Zweifel waren, ob es gehen könnte mit diesem Kind, ist jetzt Gewissheit: „Du bist das größte, was mir je passiert ist.“

In diesem Zusammenhang kommt mir ein Zitat von Viktor Frankl in den Sinn. Der Wiener Psychiater prägt mit seiner Logotherapie die Pro Femina-Beratung. Er schreibt: „Übergangszeiten sind schwierige Zeiten, Krisenzeiten. Aber in diesen Zeiten der Krise, unter ihren Wehen, wird immer auch schon eine neue Zeit geboren. Gerade in solchen Zeiten wird jeder Einzelne mit einer unerhörten, großen und schweren, aber herrlichen Verantwortung belastet: Von jedem Einzelnen hängt es ab, was aus dieser Zeit hervorgeht.”

Die Verantwortung ist groß, sie ist schwer, aber auch herrlich – wirklich? Hört sich das nicht ein wenig zu leicht an? Und kann wirklich jeder Einzelne hier und jetzt die Welt zum Guten oder Schlechten wenden? Wir wissen aus den Erfahrungen mit Zehntausenden schwangeren Frauen aus der Pro Femina-Beratung: Ja, das stimmt. Wer könnte besser als sie dafür bürgen, dass aus der Krise dieses Konflikts das schönste Geschenk hervorgeht, weil sie JA gesagt und die „schwere, aber herrliche Verantwortung“ getragen haben – und mit ihr dieses Kind, das sie ihr ganzes Leben begleiten wird.

Geht es diesen Frauen nicht so ähnlich wie den Dienern, denen Talente anvertraut wurden (Mt 25, 14-30)? Alle Diener haben in der Abwesenheit ihres Herrn mit dem gewirtschaftet, was sie erhalten haben. Nur einer hat seine Talente vergraben – aus Angst. Er ist erstarrt, hat die Verantwortung nicht übernommen, hat nichts getan. Er hat die Chance nicht erkannt, die in dieser Herausforderung lag. Wie ist es den anderen Dienern ergangen? Sie haben die Besonderheit der Situation erkannt – und das erhalten und vermehrt, was ihnen als Aufgabe gestellt wurde. „Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn!“

Wie sehr können die Frauen diese Aussage nachvollziehen, die sich in ihrer dunkelsten Stunde an Pro Femina gewandt haben – und die jetzt an dem Freudenfest teilnehmen, Mutter dieses Kindes zu sein.

Liebe Beterin, lieber Beter, auch Sie nehmen teil an diesem Freudenfest. Durch Ihre Gebete und Ihre Unterstützungen haben Sie wesentlichen Anteil an jedem JA dieser Mütter. Auch Sie haben diese große und schwere – aber auch herrliche – Verantwortung angenommen, in diesen Zeiten nicht taub zu sein für die Hilferufe dieser Schwangeren in Not. Dafür und für Ihre Treue während des ganzen Jahres danke ich Ihnen von Herzen. Sie haben die Welt für immer verändert.

Vielen Dank, dass Sie für Aurelie gebetet haben. Sie hat sich für ihr Kind entscheiden können.

Der Kontakt zu Amira, Lara, Renate und Janina ist leider abgebrochen.

Ronja und ihr Freund haben weiter zueinander gefunden, sie freuen sich langsam auf ihr gemeinsames Kind. Darf ich Sie weiter um Ihre Gebete für unsere Schwangeren bitten?

Von Herzen wünsche ich Ihnen ein frohes und gnadenreiches Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr 2021.

Fest im Gebet verbunden

Ihr

 

Dr. Markus Arnold

 

PS: In den vergangenen Tagen sind weitere Verdoppelungszusagen durch eingehende Spenden eingelöst worden. Herzlichen Dank dafür! Rund 96.000 Euro an Zusagen warten allerdings noch darauf, verdoppelt zu werden. Vergelt´s Gott für alles, was Sie für unsere Schwangeren und deren Babys tun!

 

 

GEBETSBRIEF JANUAR