Gebetsbrief Oktober 2020

Liebe Beterin, lieber Beter, 

kennen Sie auch diese Momente, an denen das Leben eine bestimmte Richtung nimmt? Weggabelungen, die – gerade in der Rückschau – klar hervortreten; und bei denen wir hoffen, uns richtig zu entscheiden? Vor so einer Entscheidung stehen auch die Hunderten Frauen, die sich jeden Monat an unsere Beratung wenden. Sie wissen nicht, wie sie entscheiden sollen: Ist da die Kraft für ein JA zum Kind? Für ein JA zu mir selbst – und zu diesem Leben? 

In den Gedanken von Viktor Frankl spielen diese Momente eine besondere Rolle. Der Wiener Psychiater prägt mit seiner sogenannten Logotherapie die 1000plus-Beratung. In den Herausforderungen, Hürden und Weggabelungen steckt eine Frage: „Das Leben stellt die Frage – der Mensch ver-antwortet“, schreibt Frankl.  In der Antwort auf die Frage des Lebens zeigt sich, wie ein Leben gelingen kann: Stelle ich mich der Aufgabe, die sich hier und jetzt ergibt? Übernehme ich Ver-antwortung für mich, meine Lieben, mein Leben? 

Liebe Beterin, lieber Beter, was hilft Ihnen in solch einer Situation, die richtige Antwort zu finden? Welche Seite des Weges ist die richtige? Wenn ich ehrlich bin, helfen mir in dieser Frage das Gebet und das Evangelium. Ist es deswegen immer leicht? Wissen wir sofort, was richtig ist – und können wir diesen Weg auch direkt einschlagen? Ich denke, das ist nicht so leicht. 

Wenn ich aber über diesen Umstand nachdenke, kommt mir eine Stelle aus dem Markus-Evangelium in den Sinn. Christus kommt nach Betsaida; ihm wird ein Mann vorgestellt, der nicht sehen kann. Jesus heilt ihn. Aber der erste Blick ist noch nicht ganz klar: „Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht“ (Mk 8, 24). Indem der Blinde zu Christus gekommen ist, hat er den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht – hin zu einem klaren, wahren Blick. Aber der Weg steht nicht auf einmal als der richtige da, sondern ist noch schemenhaft. „Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war wiederhergestellt und konnte alles ganz genau sehen“ (Mk 8, 25).

 

Im Gehen wird der Weg klarer, es wird klarer, ob er der richtige ist, oder nicht. Genau so geht es auch den Schwangeren in Not. Am Anfang ist es vielleicht ein Gefühl, eine Ahnung: „Ich könnte das ja vielleicht doch schaffen mit dem Kind!“ Wo Dunkelheit war, beginnt Licht sich auszubreiten und damit Hoffnung zu keimen – und mit ihr gelingt ein erster schüchterner Blick in die Zukunft. 

Je länger die Schwangere ihren Weg – den Weg mit Kind – geht, desto klarer wird ihr: Das ist der Richtige. Aus der Rückschau sieht sie auf die Weggabelung zurück und kann sich nicht mehr vorstellen, wie das überhaupt möglich war, zu fragen: mit oder ohne Kind weitergehen? Das Leben hat ihr eine Frage gestellt – und sie hat ge-antwortet, indem sie ver-antwortet hat.

Mit Ihren Gebeten ebnen Sie diesen Frauen, ihren Kindern, ihren Entscheidungen hin zum Guten den Weg. Es wird einfacher für diese Schwangeren, das Richtige zu erkennen, weil Sie ihnen mit Ihren Gebeten den Weg leuchten – auf einen Weg, der nicht immer einfach ist, der manche Anstrengung birgt – der aber der beste Weg ist, weil er der richtige Weg ist. Dafür danke ich Ihnen aus ganzem Herzen!

Vielen Dank, dass Sie für Simone gebetet haben. Sie hat sich für ihr Kind entscheiden können.

Auch Charlotte hatte schon JA zu ihrem Kind gesagt, dann aber eine Fehlgeburt erlitten. 

Ida ist leider den Weg der Abtreibung gegangen. 

In Stellas Bewusstsein hatte sich immer mehr ein JA zum Kind geformt; dann ist leider der Kontakt zu ihr abgebrochen. Wir können also nicht sagen, ob sie sich endgültig für ihr Kind entscheiden konnte. Darf ich Sie deswegen auch in diesem Monat um Ihr Gebet für Stella bitten?

Sabine hat sich für ihr Kind entscheiden können.

Herzliche Grüße aus München

Ihr 

Dr. Markus Arnold

PS: Auch in diesem Jahr wird es wieder unseren Verdoppelungsfonds geben. Vom 15. Oktober bis zum 1. Dezember werden alle eingehenden Spenden verdoppelt. In den kommenden Tagen werden Sie weitere Informationen über den Verdoppelungsfonds erreichen – und auch darüber, was es mit unserer neuen Kampagne 1000plusEINS! auf sich hat.