Erbprinz stoppt Abtreibungslegalisierung per Veto

Liechtenstein

23.10.2026

Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein
Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein Copyright by © IMAGO / sepa.MEDIA © IMAGO / sepa.MEDIA

Das liechtensteinische Parlament hatte im September mit einer knappen Mehrheit von 13 zu 12 Stimmen beschlossen, Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche straffrei zu stellen. Vorausgegangen war eine Bürgerinitiative mit rund 4.970 Unterschriften, die eine entsprechende Gesetzesänderung gefordert hatte.

Doch Erbprinz Alois verweigerte dem Gesetzentwurf seine Zustimmung, wie Vatican News und The Guardian berichten. In einer offiziellen Erklärung des Fürstenhauses vom 20. Oktober 2026 heißt es, dass die geplante Reform nach sorgfältiger Abwägung nicht mit einem angemessenen Schutz des ungeborenen Lebens als grundlegendem Rechtsgut vereinbar sei.

Damit bleibt das bisherige Abtreibungsrecht in Liechtenstein bestehen. Abtreibungen sind dort grundsätzlich strafbar und nur in bestimmten Ausnahmefällen erlaubt.

Bereits 2011 hatte sich eine Mehrheit der Liechtensteiner Bevölkerung in einer Volksabstimmung gegen eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts ausgesprochen. Auch 2012 bestätigten die Bürger in einem Referendum die Vetorechte des Fürsten.

Zugleich zeigte sich Erbprinz Alois offen dafür, das bestehende Informationsverbot über Abtreibungsmöglichkeiten zu überprüfen.

Die Entscheidung unterstreicht die zentrale Bedeutung, die der Schutz des ungeborenen Lebens in Liechtenstein weiterhin besitzt. Bereits im August hatte Bischof Benno Elbs dazu aufgerufen, Schwangere und Familien stärker zu unterstützen und eine Gesellschaft zu gestalten, in der jedes Kind willkommen ist und Frauen in schwierigen Lebenssituationen nicht alleingelassen werden.

Abonnieren Sie 1000plusNEWS per E-Mail

Sie erhalten 1x im Monat die 1000plusNEWS des Monats

Hinterlassen Sie Ihre Meinung

CAPTCHA
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Kommentare

Bisher keine Kommentare

Mehr zu diesem Thema