Lebensschutz-Bischof Hermann Glettler fordert echte Hilfen für Schwangere in Not
„Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit“
Der Bischof von Innsbruck, Hermann Glettler, kritisiert die Einführung von Schwangerschaftsabbrüchen an den „tirol kliniken“. Er fordert stattdessen weitreichende Unterstützungssysteme für Frauen in Konfliktsituationen.
Der Innsbrucker Oberhirte, der schon seit dem Jahr 2018 seitens der Österreichischen Bischofskonferenz (ÖBK) mit dem Referat für den Schutz des Lebens betraut ist, meldet sich damit nach der jüngsten Entscheidung der Tiroler Landesregierung zu Wort. Die schwarz-rote Koalition hatte im Mai 2026 beschlossen, Abtreibungen im Rahmen der Fristenregelung als Privatleistung an der Klinik Innsbruck anzubieten.
Keine Überraschung: Kontinuität seit dem Regierungswechsel 2022
Die politische Entwicklung in Tirol kommt nicht unerwartet. Bereits im Spätherbst 2022, kurz nach der Bildung der neuen Landesregierung aus ÖVP und SPÖ, zeichnete sich dieser Schritt ab. Die Koalition hatte schon damals angekündigt, das Angebot für Schwangerschaftsabbrüche im Bundesland strukturell verändern und an öffentlichen Gesundheitseinrichtungen etablieren zu wollen.
Schon im November 2022 bezog Bischof Glettler in der Tiroler Tageszeitung klar Stellung gegen diese Pläne und mahnte, Lebensschutz ohne parteipolitische Vereinnahmung zu debattieren. Er kritisierte damals vehement den sich verhärtenden gesellschaftlichen Eindruck, dass eine Schwangerschaft ein zu vermeidendes Übel sei. Seine aktuelle Stellungnahme schließt nahtlos an diese Linie an – getragen von tiefer pastoraler Sorge und dem Wunsch nach einem ehrlichen, transparenten Dialog.
1000plusNews dokumentiert die Stellungnahme von Bischof Hermann Glettler in voller Länge:
Das Statement von Bischof Hermann Glettler im Wortlaut
„Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, und ein Abbruch keine Therapie. Aus diesem Grund finde ich es problematisch, öffentliche Gesundheitseinrichtungen für Abtreibungen zur Verfügung zu stellen. Ich bin enttäuscht, weil ich mir im Vorfeld der Entscheidung mehr Dialog und Transparenz gewünscht hätte.
Ganz klar ist für mich, dass Frauen in einem Schwangerschaftskonflikt unsere volle Unterstützung verdienen. Dennoch darf das Recht auf Selbstbestimmung nicht gegen das grundlegende Recht auf Leben ausgespielt werden. Im Zentrum allen Handelns steht der Mensch mit einer unverfügbaren Würde und einem Recht auf Leben. Diesem Anspruch gerecht zu werden, bleibt eine gemeinsame Aufgabe in Gesellschaft, Politik und Kirche.
Es braucht über die aktuelle Entscheidung hinaus Rahmenbedingungen, die echte Hilfe ermöglichen: transparente Daten über die Gründe von Schwangerschaftsabbrüchen, damit Unterstützung gezielt ansetzen kann; verpflichtende Information über rechtliche, finanzielle und psychosoziale Hilfen; eine angemessene Zeit des Innehaltens zwischen Beratung und Entscheidung; sowie eine breite Sensibilisierung für Adoption und Pflege als konkrete Alternativen.“
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