Hirntumor im sechsten Monat – Marlenes Entscheidung
Schwanger und schwer krank
Marlene Assmann-Khoueiry war 35 und im sechsten Schwangerschaftsmonat, als sie eine schwerwiegende Diagnose bekam: ein bösartiger Hirntumor. Entgegen dem Rat ihrer Ärztin entschied sich Marlene für das Kind.
Wie die Berliner Morgenpost berichtet, liegt dieser Einschnitt inzwischen acht Jahre zurück. Alles begann in der 22. Schwangerschaftswoche, als Marlene erste Symptome entwickelte. Sie konnte nur noch eingeschränkt sprechen und vereinbarte einen MRT-Termin. Danach war klar: Ein Tumor greift das Angstzentrum in ihrem Gehirn an.
Es folgten zwei Operationen, darunter eine Not-OP. Elf Tage später stand die Diagnose fest: Der Tumor ist bösartig – ein sogenanntes Glioblastom, das in den meisten Fällen mit dem sicheren Tod verbunden ist.
Was wird aus dem Kind?
Marlenes Ärztin riet ihr in Anbetracht der Situation, das Kind abzutreiben. Die Begründung lautete, einem Vater solle kein mutterloses Kind überlassen werden. Das zu hören, war ein Schock für Marlene und ihre ganze Familie. Dennoch entschied sie sich, ihr Kind weiter auszutragen und parallel nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu suchen.
Schließlich fand Marlene eine neue klinische Studie – eine, zu der es kaum Erfahrungswerte gab. Gerade das eröffnete ihr eine weitere Option. „Niemand konnte mir sagen, dass ich bald sterbe, weil es niemand wusste“, erklärte Marlene später. Bis zum Beginn der Studie unterzog sie sich der Standardtherapie gegen ihren Tumor. In dieser Zeit brachte sie ihren Sohn Luka zur Welt.
„Er hat mir eine ganz neue Perspektive aufs Leben eröffnet“
Die neuen Medikamente drängten den Krebs zurück, eine sichere Heilungsgarantie gibt es jedoch bis heute nicht. In regelmäßigen Abständen lässt Marlene ihren Gesundheitszustand im Krankenhaus überprüfen. Die mittlerweile 44-Jährige wünscht sich ihr früheres Leben dennoch nicht zurück. Der Grund ist ihr Sohn.
„Ich dachte die ganze Zeit: Wie kann ein Kind so viel Freude ausstrahlen?“, erzählt Marlene. Wenn ihr Sohn aufgewacht sei, habe er nicht geweint, sondern gelacht. „Er hat mir eine ganz neue Perspektive aufs Leben eröffnet.“
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