Protest in Australien: Tausende demonstrieren gegen die gezielte Abtreibung von Mädchen

„Ich nenne sie Menschen, keine Föten“

05.06.2026

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„Emma“ und „Ruth“ stehen auf zwei Plakaten symbolisch für die Würde ungeborener Kinder. Copyright by IMAGO / AAP IMAGO / AAP

Laut der Catholic Weekly versammelten sich am 2. Juni Tausende Menschen vor dem Parlamentsgebäude in Sydney, um ihre Unterstützung für einen Gesetzentwurf gegen geschlechtsselektive Abtreibung (Abtreibung wegen des Geschlechts des Kindes) zu zeigen. Der Entwurf könne das erste Pro-Life-Gesetz werden, das jemals von einer Kammer eines australischen Parlaments verabschiedet wurde, sagte Organisatorin Dr. Joanna Howe. Ungefähr 20.000 Abtreibungen gebe es jährlich in New South Wales — für Howe eine „schreckliche Realität“.

John Ruddick, Mitglied des Oberhauses von New South Wales, brachte den Gesetzentwurf im Oktober 2025 ein. Darin fordert er ein Verbot von Abtreibungen, die aufgrund des Geschlechts des ungeborenen Kindes durchgeführt werden. Ruddick verwies auf eine Studie, die bei bestimmten migrantischen Herkunftsgruppen in NSW und Western Australia ein auffällig zugunsten von Jungen verschobenes Geburtenverhältnis feststellte. Der Abgeordnete sagte auf der Veranstaltung, dass es zwar um ein Gesetz zum Thema Abtreibung gehe, „(...) aber auch darum, ob wir der Meinung sind, dass kleine Mädchen und kleine Jungen den gleichen Wert haben“.

„Ich nenne sie Menschen, keine Föten“

Auch Barnaby Joyce von One Nation sprach bei der Kundgebung über den Schutz ungeborener Kinder. „Ich nenne sie Menschen, keine Föten“, betonte er. Ihm sei klar, dass er damit das Richtige tue. Politisch richtete sich der Druck besonders an Abgeordnete der Nationals im Oberhaus von New South Wales. Die Nationals bilden dort mit den Liberals den konservativen Oppositionsblock gegenüber der regierenden Labor-Partei.

Am 3. Juni wurde der Gesetzentwurf im Oberhaus von New South Wales beraten. Nach aktuellem Stand hat er das Oberhaus passiert und wird nun dem Unterhaus zur Zustimmung vorgelegt. Damit ist er noch nicht Gesetz, aber einen wichtigen Schritt weiter.

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