Was brauchen Schwangere in Not wirklich?

Kundgebung in Innsbruck:

09.06.2026

Kundgebung Innsbruck
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Bei einer Kundgebung der Jugend für das Leben am Sonntag, 31. Mai, am Landhausplatz in Innsbruck sprach Paula Ketteler, Geschäftsführerin von 1000plus Österreich, über die Realität hinter Schwangerschaftskonflikten – und darüber, was die Entscheidung der Tiroler Landesregierung, Abtreibungen auch in den tirol kliniken stattfinden zu lassen, so problematisch macht.

Eine Entscheidung ohne Grundlage?

Auslöser der Kundgebung war die Entscheidung der Tiroler Landesregierung, Abtreibungen seit 4. Mai am Klinikum Innsbruck anzubieten. Paula Ketteler formulierte deutliche Zweifel daran, dass diese Entscheidung auf einer fundierten Bedarfsanalyse beruhe: Belastbare Zahlen zu Abtreibungen in Tirol würden nicht erhoben. Und der niedergelassene Arzt, dessen baldiger Ruhestand immer wieder als Begründung für die Dringlichkeit genannt wird, gehe offenbar erst in etwa zwei Jahren in Pension.

„Wenn es möglich ist, diese Entscheidung von einem Tag auf den anderen umzusetzen, so wie das jetzt passiert ist, dann hätte man sich damit auch noch zwei Jahre Zeit lassen können. Es gibt überhaupt keine Eile!" Ihr Eindruck: Die Situation werde für einen politischen Erfolg genutzt, bevor im kommenden Jahr wieder Landtagswahl ist.

Hier können Sie die Rede nachhören

 

Was diese Frauen wirklich brauchen

Den Kern ihrer Rede bildete die Frage: Was brauchen Schwangere in Not wirklich? Ketteler stützte sich dabei auf die Beratungserfahrung von Profemina, dem Online-Beratungsangebot, mit dem 1000plus Österreich eng zusammenarbeitet. Letztes Jahr wurde das digitale Beratungsangebot auf der österreichischen Website 6.022 Mal genutzt  – darunter schätzungsweise rund 500 Tirolerinnen.

Eine betroffene Frau schrieb:

„Ich bin 35 Jahre, verheiratet und Mama eines Sohnes, der 1,4 Jahre ist. Nun habe ich seit paar Tagen herausgefunden, dass ich wieder schwanger bin und das bremst mich irgendwie. Auf der einen Seite freue ich mich und wiederum auch nicht. [...] Mein Mann ist beruflich eingespannt und kommt erst abends nach Hause, weshalb es für mich bedeutet, dass ich tagsüber auf mich selbst gestellt bin. [...] Zudem ist die Ehe zurzeit nichts Stabiles, wir streiten sehr oft und ich denke oft über eine Trennung nach. Deshalb bin ich hin und hergerissen, obwohl ich ein Geschwisterchen für meinen Sohn sehr schön fände."

Kettelers Kommentar dazu: „Diese Frau braucht keine schnelle Abtreibung, sondern jemanden, der sie und ihre Sorgen ernst nimmt – und jemanden, der sie nicht zu irgendetwas drängt."

Dass Druck ein zentrales Thema ist, zeigt auch eine IMAS-Umfrage aus dem Jahr 2023: Jede zweite Frau in Österreich, die eine Abtreibung hatte, stand dabei unter starkem Druck durch ihr Umfeld – etwa durch einen ablehnenden Partner, einen anderen Lebensplan oder den Druck durch den überfordernden Alltag einer jungen Kleinfamilie.

Forderung: Echte Hilfsangebote bewerben

Ketteler forderte die Tiroler Landesregierung auf, nun verschiedene Beratungs- und Hilfsangebote aktiv zu bewerben – insbesondere solche, die wirklich an die Frau glauben und ihr helfen, ihre eigene Stärke wiederzufinden. Es könne nicht sein, dass Frauen, die sich informieren wollen, einzig an eine Stelle verwiesen werden, die als erstes auf die Möglichkeit des Abbruchs hinweist und mit der Terminvermittlung für Abtreibungen beauftragt ist.

Um diesen Forderungen Gehör zu verschaffen, lud die Geschäftsführerin die rund 200 anwesenden Demonstranten dazu auf, sich an der aktuellen Petition der Jugend für das Leben sowie an der E-Mail-Aktion an einzelne Vertreter der Tiroler Volkspartei zu beteiligen. „Warum schreiben wir an die ÖVP?“, so Ketteler. „Weil sie immer noch in ihrem Grundsatzprogramm stehen hat, dass sie Abtreibungen ablehnt und weil sie als Teil der Regierungskoalition in Tirol gerade die politischen Mittel in der Hand hält, um nun ein Zeichen für das Leben zu setzen.“

Wer sich beteiligen möchte: Der Mail-O-Mat Tirol auf der Website von 1000plus Österreich macht es einfach, direkt an die ÖVP zu schreiben. Je mehr Menschen mitmachen, insbesondere aus Tirol, desto lauter wird die Stimme für echte Hilfe.

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