Christine weiß nicht, wie es weitergehen soll

Abtreibung?! Eine Mutter kämpft für ihr Baby

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Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist das stärkste Band auf Erden
Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist das stärkste Band auf Erden
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Christine* kämpft für ihr Baby. Obwohl am Anfang alle gegen sie und ihr Kind sind. Doch sie bekommt Unterstützung – und schöpft neuen Mut. 

(1000plus-News) „Wie konntest du uns das nur antun? Wir werden es nicht behalten!“ Selten hat Christine* ihren Mann Stefan so wütend erlebt – einen Papa von drei Kindern. Eben hat er erfahren, dass er ein viertes Mal Vater wird. Doch statt sich zu freuen, sackt er in sich zusammen und sagt etwas, das Christine niemals von ihm erwartet hätte: „Ich will das Kind nicht, wir werden es nicht bekommen!“

In der fünfköpfigen Familie Schäfer läuft auf den ersten Blick alles ganz rund. Die zwei Jungen und das kleine Töchterchen – es wird bald zwei – haben eigene Kinderzimmer. Die Schäfers haben ihr kleines Häuschen auf dem Land mit Leben gefüllt und Christine ist von Herzen gern eine Vollzeit-Mama für ihre Kinder. 

Eine Familie mit Ecken und Kanten

Am Ende des Monats fehlt schon einmal dieser oder jener Euro und die Geschwister, die dicht aufeinander folgen, lassen die Nerven ihrer Eltern immer wieder vibrieren – doch insgeheim wünscht sich Christine noch ein viertes Kind. Noch ein kleines Baby, das würde doch so gut zu uns Schäfers passen, findet sie. Aber Stefan zeigte sich bisher wenig begeistert, blockte ab und sagte so etwas wie: „Später vielleicht.“ 

Den zweiten Blick auf Familie Schäfer macht Christine öffentlich. Als sie ungeplant schwanger wird, schreibt sie sich ihre Not in einem Online-Forum von der Seele:

„Ich habe mir dieses vierte Kind wirklich gewünscht, aber ich habe es garantiert nicht absichtlich geplant und ihn hintergangen, wie er es behauptet. Durch eine heftige Mandelentzündung und die lange Einnahme von Antibiotikum ist mein Zyklus ganz schön aus dem Takt geraten, hat mir meine Ärztin gesagt.“

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Christine nutzt die Anonymität des Forums. Sie erzählt, dass sie insgesamt schon fünf Fehlgeburten erlitten habe. Groß sei ihre Sorge, auch dieses Kind zu verlieren. Am meisten ängstige sie aber der völlige Rückzug ihres Mannes. Er brüte schweigend vor sich hin. Eine Aussprache stehe erst noch bevor.

Eine Bemerkung von Stefan geht Christine nicht mehr aus dem Kopf: „Neulich hat er von einem Mann erzählt, der seine Familie verlassen hat, weil seine Frau mit dem vierten Kind schwanger war, das er auf keinen Fall mehr wollte. Es ist doch klar, warum er mir diese Geschichte erzählt! Ich habe jetzt so unbeschreibliche Angst vor der Aussprache! Was soll ich tun?“

„Hat hier schon jemand so etwas Ähnliches erlebt, der mir weiterhelfen kann?“, fragt Christine ganz zum Schluss ihres ersten Beitrags – wer wird wohl antworten?

Die Beraterinnen stehen bereit

Wir sind dort, wo um Hilfe gerufen wird! Die Beraterinnen von 1000plus teilen gemeinsame Überzeugungen: Da ist das fundamentale Ja zum Leben, ihre Verwurzelung im christlichen Glauben und der feste Wille, an der Seite verzweifelter schwangerer Frauen zu stehen. Das bedeutet eben auch, gezielt auf Online-Foren mit den Frauen in Kontakt zu kommen und Hilferufe wie den von Christine vor Ort zu beantworten.

Behutsam reflektieren sie das Geschriebene und versuchen alle Beteiligten zu verstehen – auch Stefan: „Bestimmt haben die Fehlgeburten auch ihn stark belastet. Ohne vor dir viele Worte zu verlieren, hat er mit dir gelitten. Und das muss er verarbeiten. Immerhin hat er ein viertes Kind nicht für immer ausgeschlossen.“ Mit vielen Fragen klinken sich die Beraterinnen in die Gefühlswelt von Christine ein und zeigen so ihr Mitgefühl: „Wie konntet ihr bisher schwere Zeiten bewältigen? Auf welche Weise kann dein Stefan dich am besten unterstützen? Wer in eurer Familie, kann euch am ehesten helfen?“

Christine fühlt sich verstanden und angenommen. Deswegen schreibt sie weiter ausführlich in das Forum. Die Aussprache mit ihrem Mann habe sie sehr enttäuscht und verletzt. Trotz ihrer Überlegungen – die Finanzierung eines größeren Autos, die Organisation einer Haushaltshilfe, der Verzicht auf „große Sprünge“, die Annahme einer Teilzeitstelle – bleibt Stefan bei seiner Meinung. Ein viertes Kind möchte er auf keinen Fall.

Christine ist verzweifelt: „Niemals könnte ich das kleine Baby in mir umbringen! Es ist noch so winzig, aber es wächst und es hat verdient, zu leben. Mein Mann sieht das komplett anders und das hat mich sehr traurig und wütend gemacht.“

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Die Zuversicht und die Bestärkung, die Christine im Forum erfährt, schaffen eine Stütze, die außerhalb ihrer Familie liegt. Dieser Halt befähigt sie, ihren Standpunkt gegenüber ihrem Mann Stefan weiter zu behaupten. Und Stefan ist tatsächlich erstaunt, wie viele Alternativen sich seine Frau bereits überlegt hat und wie unglaublich sie für das wenige Wochen alte Geschöpf unter ihrem Herzen kämpft.

Trotz allem hat Christine Verständnis für ihren Mann. Er habe eine hartherzige Mutter, die schon kein liebevolles Gefühl für das dritte Kind in Familie Schäfer aufbringen konnte, denn „so etwas sei doch heute nun wirklich nicht mehr nötig!“ Sein Bruder habe zwei Vorzeigekinder. Beide Eltern gingen arbeiten und auch sie hätten über das dritte Kind nur den Kopf geschüttelt. Alte Kindersachen aus der Familie dieses Bruders würden Stefan und Christine nur gegen Geld „erben“.

Stefan weicht aus

Hin und hergerissen zwischen Verständnis und Wut will Christine von Stefan wissen, wie nun eine gemeinsame Entscheidung aussehen könnte. Darf Nummer Vier doch zur Welt kommen? Doch Stefan weicht aus, zieht sich hinter seinen Laptop zurück und meint, sie müssten die Tage noch einmal weitersprechen.

„Dieses Hinhalten bringt mich komplett um den Verstand“, lässt Christine ihre Mitleser im Forum wissen. Doch sie hoffe sehr auf ihren nächsten Arzttermin, denn dann könne man vielleicht das kleine Herz schon schlagen sehen. „Großes Danke für eure lieben Antworten!“, verabschiedet sie sich.

Der Weg zu einer einvernehmlichen Lösung muss über Stefan laufen, wissen die Beraterinnen. Auch er muss sich angenommen und in all seinen Sorgen einbezogen fühlen, selbst wenn er sich momentan sehr eingeigelt hat. Wie sieht er sich mit Blick auf seine Herkunftsfamilie?

„Vielleicht würde sich Dein Mann über mehr Wertschätzung freuen?“, fragt eine der Beraterinnen. „Zeige ihm, wie unersetzlich er in deiner Familie ist, als Vater für seine vier Kinder, und auch für Dich.“ Männer wollen nicht nur wie selbstverständlich Geld nach Hause bringen, sondern auch ganz konkret gebraucht werden. Sie wollen ernst genommen werden, „und so erweicht ausgedrückte Achtung und Wertschätzung manches harte Männerherz.“

Und noch etwas gibt die Beraterin Christine zu bedenken:

"Männer haben häufig keine leise Ahnung, was sie ihrer Frau zumuten, wenn sie eine Abtreibung als Problemlösung vorschlagen. Für sie ist es nur ein lapidarer Eingriff und alles soll danach wie vorher sein. Sie verstehen nicht, wie einzigartig die Bindung zwischen einer Mutter und ihrem ungeborenen Kind von Beginn an ist. Eine Abtreibung erlebt sie oft sehr direkt als den selbst verschuldeten Verlust ihres Kindes. Dieses Erlebnis kann sie über Jahre hinweg körperlich und psychisch belasten. Auch Dein Mann würde irgendwann einsehen und verstehen, was er Dir angetan hat. Wenn Du all Deine Kräfte für die Aufarbeitung einer Abtreibung brauchst, würde er sich wünschen, er hätte zwar vier Kinder aber dafür immer noch seine lebensfrohe Ehefrau."

An eine Abtreibung will Christine nicht mehr denken. Sie hat beim Frauenarzt das Herz ihres vierten Kindes schlagen sehen. Es ist gesund und hat sich in ihr „ganz eng eingekuschelt und versteckt. Es war kaum zu finden.“ Da hat sie sich endgültig entschlossen, ihr Kind zu behalten, und seither gehe es ihr viel besser: „Ich habe Kräfte entwickelt, die hatte ich vor kurzem noch nicht!“

Wie gewohnt hält Christine alle, die mitlesen, auf dem neuesten Stand: „Meine Ärztin war nach meinem Bericht total schockiert. Sie hat uns beiden erst einmal eine Tasse Tee eingeschenkt. Sie befürchtete zuerst, ich würde aus Angst, meinen Mann zu verlieren, seinem Druck nachgeben. Sie hat sich richtig gefreut, als ich ihr versicherte, dass ich wegen der Fehlgeburten wüsste, wie schwer der Verlust eines ungeborenen Babys wiegt. Niemals könnte ich mit Absicht mein Kind am Weiterleben hindern.“ 

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Doch was ist, wenn Stefan nicht aus seiner Krise findet und kurzerhand seine Frau mit vier Kindern im Stich lässt? Christine bleibt nur die Hoffnung, dass ihr Mann zur inneren Ruhe und Zuversicht findet für einen gemeinsamen Weg als große Familie.

Ihre Sorgen einfach aufschreiben zu können und zu wissen, dass da einfühlsame Frauen in Gedanken ganz bei ihr sind, das lässt Christine wieder ruhiger atmen, wenn die Panik kommt: „Ich habe solche Angst, dass mein Mann wirklich die Familie verlässt, weil er es schon so oft angedeutet hat.“

Hinter jedem Schwangerschaftskonflikt steht eine tiefere Ursache. Diese findet sich oft in der Beziehung der werdenden Eltern. Warum zum Beispiel stürzt ein dreifacher Familienvater wie Stefan Schäfer in so tiefe Verzweiflung? Wie groß ist der Druck, der auf seinen Schultern lastet?

Wenn die erste Panik der Schwangeren durch die Beraterinnen aufgefangen ist, schließt sich eine breitere Lebensberatung an, die an diese tieferen Ursachen für den Konflikt rührt. Im Fall von Christine und Stefan formuliert die Beraterin ein paar Vorschläge, die die Ehe in ihrer akuten Krise wieder stabilisieren könnte:

"Das Reden über die Schwangerschaft bringt Euch momentan nicht weiter. Aber welche Themen, welche Ideen oder Erinnerungen würden denn seine Augen wieder leuchten lassen? Wie könntest Du sein Herz zurückgewinnen. Bewundere und lobe ihn einmal bewusst. Sage danke für alles Großartige, das er leistet. Aus Deiner Sicht steht er vielleicht "nur" seinen Mann, wenn er arbeiten geht und das Geld für Eure Familie verdient!

Männer brauchen unsere Anerkennung! Sie ist ein Schlüssel zu ihrem Herzen, um sie für unsere Liebe wieder empfänglich zu machen! In seinem Beruf muss er kämpfen, dort zählt er nur so viel wie er leistet – ein stetiger Kampf um Anerkennung. Du hast die Möglichkeit, sein Bedürfnis nach Anerkennung zu stillen, ohne dass er dafür kämpfen muss. Kritik macht sein Herz kalt, mit Anerkennung wirst du ihn zurückgewinnen!"   

„Hallo ihr Lieben! Danke für die vielen herzlichen Worte, die mir sehr geholfen haben“, meldet sich Christine zurück. Das Thema Schwangerschaft sei zwischen ihrem Mann und ihr erst einmal auf Eis gelegt und die Stimmung schwanke stark. Als Stefan auf einer Autofahrt auf Autos hinwies, die sechs Sitze haben, sei dies ein „kleiner Hoffnungsschimmer“ gewesen. Aber zu einem klärenden Gespräch oder gar einer Perspektive mit Kind konnte sich Stefan nicht durchringen.

Und dann ist Stefan plötzlich weg. 

„Ich brauche Zeit und bin jetzt einige Tage unterwegs“, steht auf dem Zettel, der am Spiegel klemmt. Ganz allein hat sich Stefan tief in die Berge zurückgezogen. Das erfährt Christine aber erst später, denn ihr Mann meldet sich zehn lange Tage nicht. 

„Hallo, ist Stefan bei Euch?“

„Hallo, Herr Schmitz, ist Stefan im Büro? Nein? Äh, Urlaub sagen Sie – ja, richtig, natürlich weiß ich Bescheid!“ 

Überall ruft Christine an. Bei den Schwiegereltern, die gleich argwöhnisch fragen, ob etwas vorgefallen sei. Bei Stefans Arbeitgeber, der die gesamte Familie Schäfer im Urlaub wähnte. Christine hat keinen Nerv mehr übrig, um das Peinliche ihrer Situation überhaupt noch wahrzunehmen. Langsam geben ihre Beine nach ...

„Mama, was ist los? Wo ist Papa?“ Der fünfjährige Max hat die instinktive Angst eines kleinen Kindes, als er seine Mutter tränenüberströmt am Boden kauern sieht. Vorsichtig hebt er das Telefon auf, stellt es zurück in die Akkuschale und kauert sich in den Schoß seiner Mama. Schließlich kommt auch der dreieinhalbjährige Felix angetapst mit seinem Spielzeugbagger. Mit viel „Brumm Brumm“ rollt er ihn Christines Rücken herauf, um ihn gleich darauf nach unten krachen zu lassen. Nebenan fängt Elli an, zu weinen.

Langsam steht Christine auf. Ihre Lippen zittern und das trotzige Lächeln will nicht gelingen. Kann sie es auch ohne Stefan schaffen? Vorsichtig streicht sie den Pullover über ihrem Bauch glatt. „Hallo, Nummer Vier!“, sagt sie ganz leise, dann holt sie Elli aus ihrem Bettchen. 

Ihre Spende hilft Schwangeren wie Christine

Irgendwann fing Christine an, „ich weiß es nicht“ zu sagen, wenn wieder jemand wissen wollte, wo Stefan war. Das kam immer öfter vor. Selbst die Schwiegereltern wurden langsam nervös. Stunden verstrichen, die zu Tagen wurden.

Dann seine Schritte an einem Vormittag mitten in der Woche. Die hat sie gleich erkannt, noch bevor er den Schlüssel herauskramen konnte. Christine hat die Tür aufgerissen und da stand er – Stefan, schmutzig und abgekämpft. Er drückte seiner Frau ein Foto in die Hand ohne ein Wort hervorzubringen. Auf dem Foto erkannte Christine nur einen Steinhaufen.

„Erst nach genauem Hinsehen und Nachfragen, verstand ich den Sinn“, berichtet Christine später im Forum. Denn das waren nicht irgendwelche Steine, sondern sechs sorgsam ausgesuchte Steine, zu einem kleinen Turm aufgeschichtet: Zwei große Steine und vier kleine, wobei der sechste Stein besonders klein war, fast gar nicht zu erkennen auf dem Foto. „Dies war sein Zeichen dafür, dass er uns sechs nun haben möchte“, schreibt Christine überglücklich.

Der Halt, den Christine in dem Online-Forum gefunden hat, war das entscheidende Gegengewicht in einer Zeit der Krise, als alles auf der Kippe stand. Ohne zu wissen, dass es sich bei jenen Frauen, die damals verständnisvoll zugehört und geantwortet haben, um Beraterinnen von Pro Femina gehandelt hat, möchte sie ihre Dankbarkeit zeigen und noch einmal Bescheid geben, wie es weiterging im Leben von Familie Schäfer:

"Hallo ihr alle! Meine kleine Maus ist nun schon 15 Monate alt und wir sind alle super glücklich. Da ihr mir alle damals sehr geholfen habt, wollte ich mich wieder melden und berichten, wie es bei uns weiter ging.

Als mein Mann wieder zu uns zurückgekommen ist und er mir das Foto von uns Sechsen als Stein-Familie gezeigt hat, konnte ich den Rest der Schwangerschaft gelassener sein und fast sogar genießen. Mein Mann brauchte allerdings noch sehr lange, um sich zurechtzufinden. Erst kurz vor der Geburt war er einigermaßen gelöst und ein wenig zufrieden. Manchmal freute er sich sogar, nochmal alles neu zu erleben. Die Geburt war wieder sehr anstrengend. Insgesamt aber lief alles sehr ruhig und harmonisch ab.

Die drei Großen lieben ihr Schwesterchen wahnsinnig und inzwischen sind wir alle sechs zu einer richtig schönen Großfamilie zusammengewachsen. Ganz lieben Dank nochmal für all die guten und wahren Worte!"

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*Alle Angaben wurden zum Schutz der Personen anonymisiert.

(Bildquelle: ShutterstockiStock_000001551829 )

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