Britischer Premierminister entschuldigt sich für 180.000 Zwangsadoptionen
Zwangsadoptionen in der Nachkriegszeit
Mehr als 180.000 Babys unverheirateter Mütter wurden in England und Wales zwischen 1949 und 1976 zwangsweise zur Adoption freigegeben. Die ledigen Frauen wurden in den Nachkriegsjahren für unfähig gehalten, ihr Kind allein zu erziehen, und unter Druck gesetzt, es abzugeben.
Anfang Juli, rund fünf Jahrzehnte später, entschuldigte sich der britische Premierminister Keir Starmer erstmals stellvertretend für den Staat bei betroffenen Müttern und Kindern. Er sprach im Unterhaus von einem „Schandfleck“ in der Geschichte, wie der ORF berichtet. Außerdem betonte er die systemische Natur des Vorgehens: Es habe sich nicht um Einzelfälle gehandelt, sondern um Praktiken in kommunalen Behörden.
Staatliches Vorgehen „ohne Würde und ohne angemessene Schutzmechanismen“
Die Behörden seien mit Macht über das Leben der Menschen ausgestattet gewesen, hätten diese aber „ohne Mitgefühl, ohne Mitbestimmung, ohne Würde und ohne angemessene Schutzmechanismen“ ausgeübt. Auch Jahrzehnte später halten Trennungsschmerz und Schamgefühle an — Folgen einer radikalen Trennung von Mutter und Kind.
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