Kassenfinanzierter Trisomie-Test steht in der Kritik
„Nicht Therapie, sondern Selektion“
Seit knapp vier Jahren wird der sogenannte NIPT (nicht-invasiver Pränataltest) von der Krankenkasse gezahlt. Es handelt sich um einen Test, bei dem DNA-Fragmente des ungeborenen Kindes im Blut der Schwangeren analysiert werden. Dadurch sollen mögliche Trisomien, wie das Down-Syndrom, frühzeitig erkannt werden. Eine Studie des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung zeigt, dass fast jede zweite Schwangere (48,2 %) im Jahr 2024 den Test durchführen ließ.
Laut dem Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) ist der Test jedoch oft falsch positiv und führt auch zu mehr Abtreibungen. Ärzte bieten den Test für schwangere Frauen als Routine-Screening an, obwohl er nur im Risiko- und Einzelfall angewendet werden sollte. Wird der Test bei Frauen ohne ein Grundrisiko auf Trisomien angewendet, sinkt die Aussagekraft des nicht-invasiven Pränataltests. Bei jungen Frauen mit sehr geringem Grundrisiko kann ein auffälliger Befund zu rund 50 % falsch-positiv sein. Auf den folgen dann oftmals unnötig invasive Fruchtwasseruntersuchungen. Die Krankenkassen finanzieren damit nicht nur den Bluttest selbst, sondern oft auch die nachfolgenden diagnostischen und risikoreicheren Eingriffe, die nötig sind, um falsch-positive Ergebnisse auszuschließen. Diese Schieflage wollen einige Politiker nun ändern: Anfang 2026 fordert eine fraktionsübergreifende Gruppe von Abgeordneten aus CDU, Grünen, SPD, FDP und Linken eine Überprüfung der Kassenzulassung, die jährlich mehrere Millionen Euro kostet.
Abtreibung plötzlich Option
Kritiker warnen, dass Eltern eher einen Schwangerschaftsabbruch erwägen, ohne dass eine medizinische Notwendigkeit besteht. Der CDU-Abgeordnete Herbert Hüppe formuliert die Kritik pointiert: Der Test diene „nicht der Therapie, sondern der Selektion“. Die häufige Anwendung nicht-invasiver Pränataltests stellt demnach die Würde und den Wert jedes menschlichen Lebens infrage, da sie oft in der Entscheidung für eine Abtreibung münden. Am Welt-Down-Syndrom-Tag, dem 21. März, steht besonders die Würde jedes einzelnen Menschen im Mittelpunkt.
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