Teilnehmerrekord beim 6. Münchner Marsch fürs Leben
„Lebensschutz von Anfang an“
MÜNCHEN. Der diesjährige 6. „Münchner Marsch fürs Leben" hat einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnet. Der Veranstalter geht laut IDEA von 7.000 Teilnehmern aus, während die Polizei die Zahl auf 4.500 schätzt.
Der Verein Stimme der Stillen, der den Münchner Marsch fürs Leben jedes Jahr organisiert, wertete die hohe Beteiligung als starkes Signal – gerade in einer Zeit, in der die politischen und gesellschaftlichen Forderungen nach einer weiteren Liberalisierung von Abtreibung und Sterbehilfe zunehmen. Wie massiv das Lebensrecht ungeborener Kinder derzeit bedroht ist, zeigt auch ein aktueller Antrag der Grünen: Zur dessen Anhörung war am vergangenen Mittwoch 1000plus-Gründer und Geschäftsführer Kristijan Aufiero nach Berlin gereist, um Stellung zu nehmen (1000plus berichtete). Die Grünen fordern darin unter anderem, katholische Krankenhäuser zur Durchführung von Abtreibungen zu verpflichten.
Lesen Sie mehr dazu: Die Grünen wollen Abtreibung zum Zwang machen | Corrigenda
Silja Fichtner, Vorsitzende des Vereins Stimme der Stillen, hob die positive und klare Ausrichtung des Marsches hervor: „Wir haben die bessere Position als die Abtreibungsbefürworter. Wir stehen für den unbedingten Schutz des Lebens – von der Empfängnis bis zum natürlichen Ende. Vor allem aber stehen wir solidarisch an der Seite von Schwangeren und Familien in Not."
1000plus-Profemina fördert und unterstützt den Münchner Marsch fürs Leben und war mit mehreren Mitarbeitern vor Ort. Besonders bereichernd waren die vielen herzlichen und ermutigenden Gespräche mit Unterstützern von 1000plus.
Konkrete Hilfe im Mittelpunkt
Bereits die Auftaktveranstaltung war von einer hoffnungsvollen und zugleich entschlossenen Atmosphäre geprägt. So wurde ein Grußwort von Erzbischof Nikola Eterović verlesen, der den Teilnehmern im Namen von Papst Leo XIV. dafür dankte, den Stillen und Stimmlosen – insbesondere den Sterbenskranken und ungeborenen Kindern – eine Stimme zu geben.
Besonders bewegend war zudem eine Videobotschaft von Bischof Robert Barron, der im Namen der US-amerikanischen Bischöfe zur Ausdauer im Einsatz für den Lebensschutz ermutigte. Weihbischof Dr. Josef Graf und der orthodoxe Bischof Hiob Bandmann dankten den Teilnehmern persönlich vor Ort für ihr Engagement. Weitere Grußworte kamen von Kardinal Rainer Maria Woelki und Bischof Stefan Oster.
Laut Corrigenda weigerten sich hingegen sowohl der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, als auch der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, ein Grußwort zu übermitteln.
Die beiden Hauptredner – der katholische Publizist Mathias von Gersdorff sowie die nigerianische Biomedizinerin Obianuju Ekeocha – warben für mehr Solidarität mit schwangeren Frauen und Familien in schwierigen Situationen und ermutigten die Teilnehmer, ihre Stimme für das Lebensrecht zu erheben.
Störungen und Blockaden durch Gegendemonstranten
Während des Demonstrationszuges kam es wiederholt zu lautstarken Gegenprotesten, hasserfüllten Parolen und Sitzblockaden durch Abtreibungsbefürworter. Auf der Schellingstraße musste der Zug aufgrund einer Blockade rund 45 Minuten lang unterbrochen und vorübergehend geteilt werden. Die Blockade konnte jedoch überwunden werden: Der hintere Teil wurde umgeleitet und schloss sich anschließend wieder dem vorderen Zug an.
Die Teilnehmer ließen sich die Freude nicht nehmen und riefen Parolen wie „Leben schützen laut und klar – jeder Mensch ist wunderbar!" sowie „Wir sind hier, wir stehen ein – für jedes Leben groß und klein!".
Schon jetzt steht der Termin für das kommende Jahr fest: Der 7. Münchner Marsch fürs Leben wird am Samstag, 10. April 2027, um 13 Uhr erneut auf dem Königsplatz in München stattfinden.
Weitere Informationen: www.marschfuersleben.de
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