Einladung in den Bundestag – eine schwierige Entscheidung

Kristijan Aufiero im Deutschen Bundestag

14.04.2026

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Liebe Freunde und Unterstützer,

hat Ihr Einsatz für Schwangere in Not – und überhaupt Ihr Eintreten für den Lebensschutz – Sie schon einmal in eine unangenehme Lage gebracht? Standen Sie schon einmal vor der Frage, wie Sie in einer schwierigen Situation glaubwürdig für Ihre Überzeugungen einstehen können? 

Das klingt für Sie bestimmt nach einer rhetorischen Frage. Denn Sie kennen das sicher genauso wie ich. Und ich stehe, während ich Ihnen schreibe, vor genau einer solchen Entscheidung.

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Vergangene Woche erreichte mich eine Einladung in den Deutschen Bundestag – als Sachverständiger zu einer Anhörung des „Ausschuss für Gesundheit”. Seitdem haben meine Gedanken nicht mehr stillgestanden.

Die Vorsitzende Frau Dr. Tanja Machalet MdB (SPD) lädt mich ein, am kommenden Mittwoch (15. April) in einer öffentlichen Anhörung zu dem Antrag „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen sichern“ Stellung zu nehmen, den eine Gruppe von Abgeordneten (vor allem aus der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) eingebracht hat.

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Auszug aus dem Antrag „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen sichern”

Der Antrag hat es in sich. Die Abgeordneten fordern, dass der Bundestag „beschließen möge“, „die Versorgungslage“ in Sachen Abtreibungen zu „verbessern“.

Das Ende der Gewissensfreiheit

Diese „Verbesserung“ soll erreicht werden, indem die Bundesländer dazu verpflichtet werden, „ihrem Versorgungsauftrag […] nachzukommen“. Ferner durch ein Gesetz, das es insbesondere kirchlich getragenen Krankenhäusern in Zukunft verbietet, sich auf ihre Gewissensfreiheit zu berufen. Und schließlich, indem Abtreibungen als fester Bestandteil „in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung verpflichtend“ verankert werden.

Mit anderen Worten: Kliniken sollen flächendeckend dazu gezwungen werden, Abtreibungen durchzuführen. Christlichen Krankenhäusern – ganz ausdrücklich werden „katholische“ Träger genannt – soll die Freiheit genommen werden, aus Gewissensgründen keine Abtreibungen vorzunehmen. Und: Niemand soll mehr Frauenarzt werden können, ohne Abtreibungen durchgeführt bzw. „erlernt“ zu haben.

Den gesamten Antrag mitsamt Begründung können Sie mit nur einem Klick HIER nachlesen.

Eine schwierige Entscheidung

Bei einer solchen Einladung gibt es viel, was dafür, aber auch viel, was dagegen spricht, sie anzunehmen.

Lassen Sie mich ganz offen und ehrlich sein: Die Antragsteller gehören ausnahmslos den derzeitigen Oppositionsparteien an und die Wahrscheinlichkeit, dass es dieser Antrag tatsächlich zur Abstimmung in den Bundestag schafft, erscheint nach menschlichem Ermessen gering.

Bei diesem Antrag geht es augenscheinlich um Symbolpolitik und um Kulturkampf. Die Anhörung ist nach meinem Dafürhalten ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der restlosen Legalisierung der Abtreibung – und der Marginalisierung aller Menschen und Einrichtungen, die sich diesem Vorhaben widersetzen.

Der Vorschlag, mich als Sachverständigen anzuhören, kam aus der Fraktion der AfD. Die Tatsache, dass ich schon im vergangenen Jahr im Rechtsausschuss als Sachverständiger zu Gast war und als solcher von der AfD vorgeschlagen wurde, hatte damals zu Kontroversen geführt.

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Kristijan Aufiero im Februar 2025 im Bundestag

Kann 1000plus in dieser politischen und ideologisch massiv aufgeladenen Diskussion wirklich einen Beitrag leisten? Ist es nicht eigentlich unsere allererste Aufgabe, durch Information, Beratung und Hilfe schwangere Frauen und ihre ungeborenen Kinder vor einer Abtreibung zu bewahren? Kann und soll ich zu dem Thema „Versorgungslage” in Sachen Abtreibungen überhaupt Stellung beziehen?

Gleichzeitig fragte ich mich: Habe ich denn wirklich eine Wahl? Kommt es denn wirklich infrage, nicht nach Berlin zu fahren, stattdessen zu schweigen und denen das (Kommunikations-)Feld zu überlassen, die uns und alle Welt weismachen wollen, dass Abtreibung eine gute Lösung für eine verzweifelte schwangere Frau ist? Und deren „steter Tropfen“ seit Jahrzehnten „den Stein der öffentlichen Meinung“ höhlt?

Eine gute Beratung und ein klares Votum

So habe ich mich in den letzten Tagen intensiv mit dem 1000plus-Team und mit einer großen Zahl unserer langjährigsten und treuesten Unterstützer beraten, die unsere Beratung und Hilfe für Schwangere in Not so großzügig ermöglichen, ob ich diese Einladung annehmen soll oder nicht.

Das Votum der Unterstützer, die wir zu Rate gezogen haben, hat uns alle hier in seiner Deutlichkeit überrascht: Die überwältigende Mehrheit rät mir klar dazu, die Einladung trotz aller Bedenken und auch Risiken anzunehmen.

Hunderte Nachrichten und Anrufe haben mich erreicht. Darunter zutiefst nachdenkliche, differenzierte und auch sehr persönliche Zeilen, in denen weit überwiegend steht, warum es wichtig und richtig ist, im Bundestag Stellung zu nehmen – trotz aller Unwägbarkeiten.

Diese überwältigende Anteilnahme und das entgegengebrachte Vertrauen haben mir gezeigt, dass ich dort auch für Sie und unsere gemeinsamen Überzeugungen spreche. Denn wenn WIR unsere Stimmen nicht jenen geben, die nicht selbst für sich sprechen können, wer dann?

Warum ich nach Berlin fahre

Und so ist die Entscheidung gefallen: Ich mache mich auf den Weg nach Berlin – ausschließlich und allein, um den Schwangeren in Not und ihren ungeborenen Kindern zu dienen, für die 1000plus gegründet worden ist. Die Partei dieser Frauen, Kinder und Familien ist die einzige Partei, der ich angehöre! Am Mittwoch werde ich im Auftrag der Unterstützer von 1000plus denen eine Stimme geben, die in politischen Gremien, Ausschüssen und Studien konsequent ignoriert werden.

Die Anhörung des Ausschusses für Gesundheit „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen” findet am Mittwoch, den 15. April von 16 bis 17 Uhr statt. Die Sitzung ist öffentlich und wird im Livestream des Bundestags übertragen. Den Link finden Sie unten.

Ich bitte Sie, am kommenden Mittwoch für mich zu beten, auf dass mir der Heilige Geist die richtigen Gedanken und Worte in den Mund legen möge.

Herzlichen Dank und sehr herzliche Grüße

Kristijan Aufiero

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