Liebe Freunde und Unterstützer
Am Samstagabend wird es auf vielen Höhen dunkel bleiben. Die Trockenheit hat unser Land ausgezehrt. Die Waldbrandgefahr ist hoch, in allen Kantonen gelten Feuerverbote, in mehreren ein absolutes: kein Feuerwerk, kein Grillfeuer, kein Höhenfeuer. Dort, wo Generationen vor uns das Holz auf den Grat geschleppt und die Feuer entzündet haben, wird an diesem 1. August kein Feuerschein die Nacht erhellen.
Es ist die richtige Entscheidung. Gefeiert wird trotzdem, und das zu Recht: Wir haben allen Grund, Gott, dem Herrn, im hehren Vaterland dankbar zu sein. Auch wenn sich – zum Zeichen dafür – in diesem Jahr keine leuchtende Kette von den Alpen bis in den Jura ziehen wird.
Die Wenigsten wissen noch, woher dieser Brauch überhaupt kommt. Die Höhenfeuer waren einst keine Festbeleuchtung. Sie waren Warnzeichen. Wenn Gefahr drohte, wurden sie entzündet und von Höhe zu Höhe weitergegeben – damit niemand im Tal sagen konnte, er habe nichts gewusst.
Ausgerechnet in dem Jahr, in dem die Höhen dunkel bleiben, droht eine Gefahr, die kein Feind von aussen bringt – und über die im Tal geschwiegen wird. Darum möchte ich Ihnen heute von einem Feuer schreiben, das kein Verbot löschen kann.
Für sie brennt kein Feuer
Anfang Juli hat das Bundesamt für Statistik seine Jahreszahlen vorgelegt: 12’301 Abtreibungen im Jahr 2025. Damit wurden zum dritten Mal in Folge mehr als zwölftausend Schwangerschaften in unserem Land durch eine Abtreibung beendet – ein bedrückendes Zeichen dafür, wie sehr sich die Abtreibung bei uns normalisiert hat.
Für diese Kinder brennt kein Feuer. Nicht auf den Höhen und nicht im Tal. Für sie hält niemand eine Ansprache. Für sie flammt kein Gruss von Höhe zu Höhe – in keinem Jahr, in dem es erlaubt wäre.
Zählt man die Jahre seit der Einführung der Fristenregelung 2002 zusammen, sind es über 250’000 Kinder – mehr als drei vollständige Jahrgänge unseres Landes. Drei Jahrgänge, die nie eingeschult wurden, nie eine Lehre begonnen und nie am 1. August auf einer Anhöhe gestanden haben.
Wer entzündet die Feuer in dreissig Jahren?
Irgendwann wird die Trockenheit vorüber sein, und auf unseren Höhen werden am 1. August wieder Feuer brennen dürfen. Wer schleppt dann das Holz auf den Grat und schichtet es auf, wie es Generationen vor uns getan haben? Wer trägt die Fahne durchs Dorf? Wer sitzt in der Blasmusik, wer im Samariterverein?
Wer nie geboren wird, fehlt für immer. Es geht bei diesen Zahlen um die Seele unseres Landes.
97 von 100 wollen es nicht
Was in keiner Schlagzeile stand: Der Bundesrat selbst hat eine Studie in Auftrag gegeben. Ihr Ergebnis: 97 Prozent aller Abtreibungen erfolgen aus psychosozialen Gründen – aus Angst, aus Überforderung, aus Verzweiflung. Und gerade nicht aus jener «Selbstbestimmung», die uns Tag für Tag von Medien, Meinungsmachern und NGOs gepredigt wird.
97 von 100 Frauen treiben nicht ab, weil sie es wollen. Sondern weil sie glauben, keine andere Wahl zu haben.
Lesen Sie, was das konkret heisst. Diese Anfrage erreichte 1000plus Schweiz über unsere Profemina-Beratung:
«Ich bin schwanger und weiss nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe heute erfahren, dass ich schwanger bin – das war nicht geplant. Mein Partner möchte das Kind nicht behalten, ich aber schon. Ich mache mir Sorgen, wie ich das alleine schaffen soll: Ich habe weder Familie noch ein gutes Netzwerk an Freunden, das mir helfen könnte. Ich arbeite und verdiene genug. Aber ich befürchte, dass ich es in unserem teuren Land nicht alleine finanzieren kann, ein Kind grosszuziehen.»
Halten wir einen Moment inne bei diesen drei Worten: «ich aber schon». Diese Frau will ihr Kind. Nicht das Kind ist ihr Problem. Ihr Problem ist ein Partner, der Nein sagt. Eine Familie, die nicht da ist. Und die bange Frage, ob ihr Lohn in einem der teuersten Länder der Welt für zwei Menschenleben reicht.
Was ihr das reiche Land anbietet
Man könnte erwarten, dass ein Land wie unseres einer solchen Frau vor allem eines anbietet: Hilfe.
Das Gegenteil geschieht. Ab 2027 zahlt die Krankenkasse ihre Abtreibung vollständig – ohne Franchise, ohne Selbstbehalt, von der ersten Woche an. Das Parlament hat es beschlossen, und kaum jemand hat es bekämpft.
Die Botschaft an diese Frau ist unmissverständlich: Der Weg gegen Dein Kind kostet Dich nichts. Den Weg mit Deinem Kind musst Du selber zahlen.
Man nennt das «Fortschritt». Der Prophet Jesaja hatte dafür ein anderes Wort: «Weh, die ihr Böses gut und Gutes böse nennt!» (Jes 5,20)
Genau darum braucht es Menschen, die das Warnfeuer entzünden.
Zwei von drei sagen Ja
Niemand musste dieser Frau erklären, wo das nächste Abtreibungsspital ist. Das weiss heute jede Schwangere in Not. Was ihr fehlt, ist ein Mensch, der zuhört. Der ihre Angst ernst nimmt, ihr die Geldfragen sortiert und ihr zeigt, was ihr zusteht. Der ihr sagt: Du musst das nicht allein schaffen – und Du bist nicht leichtsinnig oder verrückt, weil Du Dein Kind behalten willst.
Genau das leistet die Profemina-Beratung, die Sie mit Ihrer Unterstützung von 1000plus Schweiz finanzieren: Tag und Nacht erreichbar, kostenlos, auf Wunsch anonym.
Und es wirkt. Zwei von drei Frauen, die bei uns Rat finden, entscheiden sich für ihr Kind. Gegenüber dem Rekordjahr 2024 ist die Zahl der Abtreibungen erstmals wieder leicht gesunken – um 133. Ich lese darin vor allem eines: Hilfe verändert Entscheidungen. Jetzt nachzulassen wäre das Falscheste, was wir tun könnten.
«Jeder Mensch hat das Recht auf Leben»
Dieser Satz steht nicht in einem Manifest. Er steht in Artikel 10 unserer Bundesverfassung.
Nicht jeder Bürger. Nicht jeder Erwachsene. Nicht jeder Erwünschte. Jeder Mensch – von der Zeugung an!
Und darum bitte ich Sie an diesem 1.-August-Wochenende um etwas, das zu einem Abend passt, an dem unsere Höhen dunkel bleiben müssen: Entzünden Sie ein Feuer, dem keine Trockenheit und keine Verfügung etwas anhaben kann. Richten Sie einen Dauerauftrag ein für Schwangere in Not in der Schweiz.
Jede Zahl hier ist real kalkuliert:
- CHF 30 im Monat ermöglichen 400 Frauen im Jahr den ersten, oft entscheidenden Besuch auf profemina.org.
- CHF 50 im Monat tragen über 125 digitale Sofortberatungen – dort, wo für viele Schwangere die Wende beginnt.
- CHF 100 im Monat tragen drei persönliche Beratungen von Frau zu Frau: den Königsweg, wenn eine Schwangere über Tage und Wochen ein offenes Ohr, Verständnis und Zuspruch braucht.
Wenn die Höhen dunkel bleiben
Wenn Sie am Samstagabend auf die dunklen Grate unseres Landes blicken, dann denken Sie an beides. An den Dank für dieses wunderbare Land, das Gott uns anvertraut hat. Und an das Warnzeichen, das es so nötig braucht – für die Kinder, die fehlen werden, und für über zwölftausend Schwangere pro Jahr, die mit ihrer Not allein bleiben.
Die Feuer auf den Höhen dürfen dieses Jahr nicht brennen. Das eine Feuer, auf das es ankommt, kann uns niemand verbieten:
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Bundesfeiertag – und unserem Land viele Kinder, die in zwanzig, dreissig Jahren selbst das Holz auf die Höhen tragen und die Feuer entzünden.
Mit sehr herzlichen Grüssen
Ihr
PS: Spenden an 1000plus Schweiz können von der Steuer abgezogen werden. Wir haben drei Möglichkeiten für Sie vorbereitet, wie Sie Ihre Monatsspende einrichten können:
1. Online-Banking:
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