So positionieren sich die Parteien in Baden-Württemberg zur Abtreibung

Landtagswahl

26.02.2026

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Spitzenkandidaten Manuel Hagel, Hans-Ulrich Rülke, Cem Özdemir, der Parteien CDU, FDP, Bündnis 90 Die Grünen Copyright by IMAGO / imagebroker IMAGO / imagebroker

Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg eine neue Landesregierung gewählt. Obwohl die Regelung des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland Bundespolitik ist, findet sich das Thema dennoch in den aktuellen Wahl- beziehungsweise Grundsatzprogrammen aller großen Parteien wieder. CDU, SPD, Grüne, FDP, AfD und die Linke positionieren sich zum Thema Abtreibung im Rahmen ihrer gesellschafts-, familien- oder gleichstellungspolitischen Grundsätze. Deutlich wird, dass Landespolitik über politische Initiativen, Bundesratsentscheidungen oder innerparteiliche Debatten durchaus Einfluss auf bundespolitische Entwicklungen nehmen kann. Die Aufnahme in die Wahlprogramme ist daher auch Ausdruck einer grundsätzlichen politischen Haltung und Teil der übergeordneten gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung.

Wir haben daher zusammengetragen, was die sechs Parteien in ihren Wahlprogrammen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg über Abtreibung sagen:

CDU

Die CDU Baden-Württemberg setzt sich für Beratung und Verantwortung sowie eine Beibehaltung von Paragraf 218 ein. Sie lehnt staatliche Vorgaben ab, die Kliniken verpflichten würden, Schwangerschaftsabbrüche anzubieten. Stattdessen betont sie den Schutz des ungeborenen Lebens sowie die ärztliche Entscheidungsfreiheit.

Grüne

Die Grünen wollen die „geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung“ stärken. Für den Fall einer ungewollten Schwangerschaft fordern sie ein ausgebautes Beratungsangebot und „einen gesicherten, zeitnahen Zugang zu einem Schwangerschaftsabbruch“. Dieser solle flächendeckend und wohnortsnah für jede Person möglich sein. Zudem setzen sich die Grünen für eine Abschaffung von Paragraf 218 aus dem Strafgesetzbuch ein.

AfD

Die AfD lehnt eine Ausweitung von Schwangerschaftsabbrüchen an Kliniken ab. Sie erklärt: „Die Ausweitung von Schwangerschaftsabbrüchen an Kliniken ist der falsche Weg. Ungeborenes Leben verdient Schutz – nicht staatlich organisierte Verfügbarkeit.“ Stattdessen brauche Baden-Württemberg aus ihrer Sicht eine stärkere Familienförderung, nicht – so formuliert es die Partei – eine „Abbruchförderung“.

SPD

Die SPD betont, sie wolle das Selbstbestimmungsrecht von Frauen stärken und die Versorgungssicherheit bei Schwangerschaftsabbrüchen verbessern. „Kostenfreie Schwangerschaftsabbrüche gehören zur Grundversorgung“, so die Partei. Ziel sei es, in allen Landesteilen eine zumutbare Erreichbarkeit sicherzustellen. Eine angemessene, flächendeckende Versorgung solle verbindlich in der Landeskrankenhausplanung verankert werden.

FDP

Für die FDP zählen Schwangerschaftsabbrüche zu einer angemessenen Grundversorgung, auf die jede Frau ein Anrecht habe. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass wir eine gute Versorgungssituation mit Schwangerschaftsberatungsstellen und Praxen für einen Schwangerschaftsabbruch im Land haben.“

Linke

Auch die Linke betrachtet Schwangerschaftsabbrüche als Teil der medizinischen Grundversorgung, die wohnortnah gewährleistet sein müsse. Zudem fordert sie, die Durchführung sicherer Schwangerschaftsabbrüche verbindlich ins Curriculum des Medizinstudiums aufzunehmen.

 

Quelle: Wahlprogramme der Parteien zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg.

 

Bei 1000plus erleben wir jeden Tag, wie groß die Not, Einsamkeit und Verzweiflung vieler Schwangerer in Not ist. Hinter jeder Anfrage steht ein existenzieller innerer Konflikt, der das weitere Leben prägt. Diese persönliche Not kann Politik allein nicht lösen. Deshalb braucht es konkrete, individuelle Unterstützung – Hilfe statt Abtreibung. Unabhängig von parteipolitischen Debatten bleibt es unsere Aufgabe, Frauen in dieser Situation nicht allein zu lassen und ihnen durch Beratung und praktische Hilfe einen Weg zum Leben zu eröffnen.

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