Ungeplant schwanger mit 18: Wie Larissa und Linus (16) Eltern wurden
„So, wir haben jetzt einfach ein gemeinsames Kind“
Larissa (18) und Linus (16) lernten sich beim Skaten kennen und verbrachten viel Zeit miteinander. Doch dann wurde Larissa ungeplant schwanger und ihr Leben stand plötzlich auf dem Kopf. In einer Reportage von Tru Doku erzählen die beiden, wie sie trotz ihrer Ängste und mit Unterstützung ihrer Familien ihren Weg als junge Eltern fanden.
Zwischen Ängsten und der Entscheidung für das Kind
Anfangs wusste Larissa nicht, ob sie das Kind bekommen wollte und wie ihre Eltern und Linus reagieren würden. Auch Linus hatte Angst vor der Verantwortung, so jung Vater zu werden. Zunächst teilte Larissa ihm mit, dass sie wahrscheinlich abtreiben werde, sich aber noch umentscheiden könnte. Gleichzeitig fürchtete sie, ihn dadurch zu verlieren.
Doch als sie bei einem Frauenarzttermin das Herz ihres Kindes schlagen sah, stand für sie fest, dass sie Mutter werden wollte. Entgegen ihren Befürchtungen erhielt sie von ihrer Familie viel Unterstützung. Besonders ihr Vater betonte im Interview, wie wichtig es gewesen sei, ihr in dieser Situation beizustehen:
„Darauf negativ reagieren, bringt überhaupt nichts. Wir haben gemerkt, dass sie anfangs überfordert war und uns war es wichtig, ihr eine helfende Hand zu bieten und dass man sich darüber nicht sorgen muss. Dass wenn es Probleme gibt, wir da sind und versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden.“
Getrennte Wege während der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft hielt Larissa zunächst Abstand zu Linus, der gerne mit ihr zusammen gewesen wäre. Sie brauchte Zeit, um die neue Situation zu verarbeiten. „Für mich wär's am Schönsten gewesen, hätten wir die Schwangerschaft gemeinsam durchgezogen“, erinnert sich Linus.
Obwohl sie ihn zu einer Ultraschalluntersuchung mitnahm, fühlte sich Larissa während der Schwangerschaft oft allein. Rückblickend hätte sie sich gewünscht, Linus stärker an ihrer Seite zu haben. Zwei Monate nach dem Abitur kam schliesslich ihr Sohn zur Welt.
Gemeinsam ins Familienleben
Nach der Geburt besuchte Linus seinen Sohn täglich und war zunehmend für ihn da. „Es war komisch, Eltern zu werden. So, wir haben jetzt einfach ein gemeinsames Kind“, erinnert sich Larissa. Mit der Zeit verliebte sie sich auch wieder in Linus, weil sie erlebte, wie liebevoll er sich um sie und ihren Sohn kümmerte. Schließlich wurden sie ein Paar und zogen zusammen. Auch ihre Familien unterstützen sie weiterhin.
Als ihr Sohn ein Jahr alt war, begann Larissa zu studieren. Heute fühlt sie sich in ihrer Rolle als Mutter wohl. Besonders schön sei es, jemanden zu haben, der einen wirklich brauche und diese Liebe auch zurückgebe.
Auch Linus, der inzwischen eine Ausbildung zum Erzieher absolviert, hat sich in seiner Vaterrolle eingefunden:
„Man muss halt seine Prioritäten anders setzen. Natürlich würde ich am liebsten jeden Tag skaten oder mit Freunden am Abend rausgehen, aber man muss halt wirklich abwägen, was von Wert ist.“
Auf das Skaten muss er dennoch nicht vollständig verzichten. Seinen Sohn nimmt er inzwischen einfach mit: „Er ist jetzt ein Teil der Freundesgruppe.“
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