Irland: Dreitägige Bedenkzeit vor Abtreibung soll fallen

Wegfall der verpflichtenden Wartezeit kommt in die nächste Beratungsphase

02.10.2026

Irische Abtreibungsaktivisten verdecken ProLife Plakate mit Regensbogenflaggen und Plakaten vor dem Leinster House
Irische Abtreibungsaktivisten verdecken ProLife Plakate mit Regensbogenflaggen und Plakaten vor dem Leinster House Copyright by © IMAGO / ZUMA Press © IMAGO / ZUMA Press

In Irland könnte die verpflichtende dreitägige Wartezeit vor einer Abtreibung abgeschafft werden, wie die Irish Times berichet. Der Gesundheitsausschuss des irischen Parlaments berät derzeit über einen entsprechenden Gesetzentwurf. Im Juni hatte das Unterhaus die Vorlage mit 86 zu 70 Stimmen in die nächste Beratungsphase geschickt.

Vertreter der staatlichen Gesundheitsbehörde HSE sprachen sich bei einer Anhörung gegen die verpflichtende Bedenkzeit aus. Laut den Befürwortern treffe diese Bedenkzeit vor allem Frauen in finanzieller Notlage .

Bei einer Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss am 30. September 2026 warnte die irische Allgemeinmedizinerin Dr. Kirsten Fuller eindringlich vor einer Abschaffung der Frist. Sie befürchtet, dass der Wegfall dieser Bedenkzeit die ohnehin schon alarmierend hohe Zahl an Abtreibungen in Irland weiter in die Höhe treiben würde, da Frauen dadurch der gesetzlich verankerte Raum zum Überdenken genommen werde.

Die Fristendebatte erreicht auch Deutschland

Die Diskussion ist auch für Deutschland relevant. Nach geltendem Recht muss zwischen der Schwangerschaftskonfliktberatung und einer Abtreibung grundsätzlich eine Frist von mindestens drei Tagen liegen. Die Beratung soll nach § 219 StGB ausdrücklich dem Schutz des ungeborenen Lebens dienen.

Ein von mehr als 300 Abgeordneten aus SPD, Grünen und Linken unterstützter Gesetzentwurf sah 2024/25 vor, Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Woche neu zu regeln und die verpflichtende Drei-Tages-Frist abzuschaffen. Der damalige Bundestag setzte diese Reform nicht mehr um; die geltende Drei-Tages-Regel besteht weiterhin. In der politischen und gesellschaftlichen Debatte werden entsprechende Reformforderungen weiterhin vertreten.

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