19-Jährige nach Einnahme von Abtreibungspille im Koma

„Abtreibungspillen gehören nicht in den Briefkasten“

20.05.2026

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Symbolbild: Frau nimmt Abtreibungspille Copyright by pexels pexels

Im Onlinemagazin The Hill erzählt Shanyce Thomas von ihrer traumatischen Erfahrung mit dem Abtreibungsmedikament Mifepriston. Die Debatte um das Medikament hat sich zuletzt erneut verschärft: US-Senatoren leiteten im März eine Untersuchung gegen mehrere Mifepriston-Hersteller ein. Sie kritisieren vor allem den erleichterten Zugang über Telemedizin und Versand (1000plus-NEWS berichtete).

Mifepriston wird meist mit Misoprostol kombiniert und ist in den USA bis zur zehnten Schwangerschaftswoche zugelassen. Durch gelockerte FDA-Regeln kann es inzwischen auch nach Online-Kontakt mit einem Anbieter verschrieben und per Post versendet werden. In der Kritik steht zudem, dass dadurch persönliche Untersuchungen, direkte ärztliche Begleitung und das Erkennen möglicher Drucksituationen deutlich erschwert werden können. Am 14. Mai blockierte der Supreme Court vorerst eine Entscheidung des Berufungsgerichts, die den Zugang zu Mifepriston eingeschränkt hätte. An der derzeitigen Verfügbarkeit der Abtreibungspille in den USA ändert sich damit vorerst nichts.

Nach Abtreibungspille: Shanyce lag im Koma

Als Shanyce schwanger war, wurde ihr die Abtreibung mit Mifepriston nach eigenen Angaben wie starke Menstruationsblutungen beschrieben. Sie entschied sich für die Einnahme. Damals war Mifepriston in den USA noch nicht regulär per Telemedizin und Postversand verfügbar; Shanyce erhielt die Pille nach persönlichen Klinikbesuchen. Zunächst schienen Ultraschallkontrollen ein positives Bild zu zeigen. Doch ihr Zustand verschlechterte sich: Sie wurde blass, fühlte sich schwach und musste schließlich notoperiert werden. Später stellte sich heraus, dass Schwangerschaftsgewebe in ihrem Körper verblieben war. Shanyce erlitt einen septischen Schock und lag eineinhalb Monate im Koma.

Rückblickend schreibt sie: „Meine Erfahrung fand nicht per Post statt. Auch nicht über eine App oder einen Online-Chat. Ich hatte eine tatsächliche Ultraschalluntersuchung, bei der ich persönlich anwesend war. Es gab zumindest eine gewisse medizinische Aufsicht.“ Heute ist Shanyce 25 Jahre alt und hat einen schwierigen Genesungsprozess hinter sich. Sie fordert, Frauen müssten „das ganze Bild“ kennen, bevor sie Medikamente einnehmen, die ihren Körper und ihre Zukunft beeinflussen können. Für sie steht fest: „Die gehören nicht per Post verschickt“.

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