Bischof Muser: „Palliativversorgung stärken, statt Suizid ermöglichen“

Glasklare Stellungnahme gegen Gesetzesinitiative in Südtirol

24.06.2026

© Diözese Bozen-Brixen, Thomas Ohnewein, 2024
© Diözese Bozen-Brixen, Thomas Ohnewein, 2024

BOZEN-BRIXEN – Der katholische Bischof von Bozen-Brixen, Dr. Ivo Muser, hat sich in einer aktuellen Stellungnahme klar gegen die in Südtirol geplante Legalisierung des assistierten Suizids positioniert.

Vor dem Hintergrund der laufenden Gesetzesinitiative warnt er davor, schwerkranken Menschen den Suizid als „Ausweg“ anzubieten. Angesichts der momentanen Bestrebungen äußert der Südtiroler Oberhirte zudem die Sorge, „dass dies der erste Schritt einer gesellschaftlichen Entwicklung sein kann, dass wir Menschen in ihrer sehr verwundbaren Phase von Krankheit, Schmerz und Lebensende nicht mehr angemessen begleiten werden.“

Stattdessen fordert er den konsequenten Ausbau der Palliativmedizin, mehr menschliche Begleitung und den bedingungslosen Schutz der Menschenwürde bis zum Lebensende.

„Krankheit und Sterben nehmen niemandem die Würde“, betont Muser. Er verstehe die Angst vor Schmerz und körperlichem Verfall, doch wahre Hilfe bestehe nicht darin, den Sterbewunsch zu erfüllen, sondern medizinische, psychologische und seelsorgerische Begleitung zu gewährleisten.

Zugleich ruft Muser dazu auf, schwerkranken Menschen im eigenen Lebensumfeld beizustehen und dankt all jenen, die in Pflege und Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen tätig sind.

Sein eindringlicher Appell: „Stehen wir ein für den Wert eines jeden Lebens und helfen wir Menschen, damit sie nicht den medizinisch assistierten Suizid als letzten Ausweg sehen.“

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