Großbritannien lehnt Gesetzentwurf zu Sterbehilfe mehrheitlich ab

Kein assistierter Suizid in England und Wales

15.09.2026

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Junge Menschen protestieren am 11. September 2026 gegen den Gesetzentwurf, der assisitierten Suizid für vulnerable, schwer kranke Menschen zur legalen Option gemacht hätte. Copyright by IMAGO / ZUMA Press Wire IMAGO / ZUMA Press Wire

Am vergangenen Freitag lehnte das britische Unterhaus den Gesetzentwurf zu Sterbehilfe in England und Wales nach fast zwei Jahren parlamentarischer Auseinandersetzungen endgültig ab, wie AP News berichtet. Der Entwurf hatte vorgesehen, unheilbar kranken Menschen mit einer verbleibenden Lebenszeit von weniger als sechs Monaten einen assistierten Suizid als legale Option zu bieten. Der Patient hätte nach der Zustimmung zweier Ärzte und eines Expertengremiums eine verschriebene Substanz selbst einnehmen dürfen, die zu seinem Tod geführt hätte.

Länder wie Frankreich und Kanada gehen noch weiter. In Frankreich können Ärzte oder Pflegekräfte aktiv zur Herbeiführung des Todes eines Menschen beitragen und die tödlich wirkende Substanz selbst verabreichen, wenn der Patient körperlich nicht dazu in der Lage ist (1000plus NEWS berichtete). In Kanada ist dies sogar die übliche Form der Euthanasie – also der gezielten Herbeiführung des Todes auf Verlangen – geworden. Allein im Jahr 2024 starben dort 16.499 Menschen durch assistierten Suizid, der in sämtlichen Fällen von medizinischem Fachpersonal durchgeführt wurde.

Großbritanniens hitzige Debatte

Die britische Debatte am vergangenen Freitag war geprägt von persönlichen und beruflichen Erfahrungen der Abgeordneten, die nach ihrem Gewissen statt entlang der Parteilinien abstimmten. Der neue britische Premierminister Andy Burnham, der erste katholische Regierungschef des Vereinigten Königreichs seit dem Bruch mit Rom im 16. Jahrhundert, nahm nicht an der Abstimmung teil. Er wolle die Debatte nicht „unzulässig beeinflussen“, erklärte er laut Vatican News. Stattdessen sprach er sich dafür aus, die Palliativversorgung zu stärken.

Der Abgeordnete und Krebschirurg Dr. Zubir Ahmed gab zu, dass er bei der Einschätzung, ob jemand noch sechs Monate zu leben habe, genauso oft falsch wie richtig liege. Auch das Royal College of Psychiatrists warnte vor unzureichenden Schutzmechanismen für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Im Vorjahr hatte sich im Unterhaus ein anderes Bild gezeigt: Am 20. Juni 2025 stimmten die Abgeordneten mit 314 zu 291 Stimmen für einen vergleichbaren Gesetzentwurf. Dieser gelangte anschließend ins Oberhaus. Mehr als 1.000 Änderungsanträge trugen dort zu einer ungewöhnlich langen Beratungsdauer bei, weshalb der Entwurf letztlich verfiel.

Quelle: Euthanasie-Zahlen in Kanada

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